Wirtschaft

Neue Jobs im Onlinehandel Ikea streicht und schafft Tausende Stellen

86729275.jpg

(Foto: dpa)

Umbau beim weltgrößten Möbelhaus: Ikea will künftig mehr auf den Onlinehandel und kleinere "City Shops" statt auf große Einrichtungshäuser am Stadtrand setzen. Der Umstrukturierung fallen zahlreiche Jobs zum Opfer - doch es werden auch neue geschaffen.

Weil er mit den gewohnten Möbelhäusern kaum noch wachsen kann, baut der Ikea-Mutterkonzern Ingka um. Der weltweit größte Möbelkonzern will bei der Verwaltung den Rotstift anlegen und gleichzeitig im Online-Handel Tausende Stellen schaffen. Auf der einen Seite sollen in den kommenden Jahren vor allem in den zentralen Funktionen 7500 der insgesamt 160.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Im Bereich Online und neuen Laden-Formaten, sogenannten "City Shops" würden dafür 11.500 neue Jobs geschaffen, teilte der Konzern mit.

"Wir müssen unsere Organisation vereinfachen", sagte Konzernchef Jesper Brodin. "Wir stellen fest, dass die Einzelhandelslandschaft sich in einem nie da gewesenen Ausmaß und Tempo verändert." Der Personalabbau, der etwa fünf Prozent der gesamten Arbeitsplätze ausmacht, betreffe vor allem zentrale Funktionen und Servicebüros. "Dies betrifft nicht den Ladenbetrieb oder Vertriebseinheiten", sagte der Manager.

Das Möbelhaus auf der grünen Wiese wird damit trotz konstanter Besucherzahlen offenbar zum Auslaufmodell. Seit Jahren wächst bei Ikea Deutschland der Online-Umsatz schneller als der im stationären Handel. Um Kunden dennoch weiterhin vor Ort zu erreichen, sollen kleinere Service- und Bestellcenter eingerichtet werden.

"In den kommenden drei Jahren werden wir durch neue Einrichtungshausformate, innerstädtische Präsenzen und ein optimiertes digitales Angebot für unsere Kunden noch zugänglicher und das Einkaufen noch bequemer", erklärte der Ikea-Privatkunden-Manager Tolga Öncü. Die Umstrukturierung ist auch eine Reaktion auf die wachsende Marktmacht von Online-Händlern wie Amazon.

Auf dem deutschen Markt war Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 noch um 2,8 Prozent gewachsen - die Möbelkette machte damit auf ihrem größten europäischen Einzelmarkt erstmals mehr als 5 Milliarden Euro Umsatz. Global betrug das Erlöswachstum währungsbereinigt 4,7 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, ftü/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.