HGAA-Desaster der BayernLBImmer mehr Verdächtige
Die Turbulenzen rund um die BayernLB ziehen immer größere Kreise. Außer gegen den früheren Bankchef Werner Schmidt wird inzwischen gegen weitere Verdächtige ermittelt.
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Debakel der BayernLB ausgeweitet. Außer gegen den früheren Bankchef Werner Schmidt werde inzwischen gegen weitere Verdächtige ermittelt, teilte die Anklagebehörde mit. Zudem laute der Vorwurf inzwischen nicht mehr alleine auf Verdacht der Untreue, sondern umfasse noch weitere Straftatbestände.
Um Ermittlungen nicht zu gefährden, wollte die Staatsanwaltschaft München I keine Angaben zu weiteren Einzelheiten machen. Unter den neuen Beschuldigten befinden sich dem Vernehmen nach aber keine Mitglieder des zum Zeitpunkt der Tatvorwürfe zum großen Teil von CSU-Politikern besetzten Verwaltungsrats der Bank.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ermitteln die Ankläger auch gegen den in Österreich ansässigen bekannten Vermögensberater Tilo Berlin. Eine von Berlin betreute Investorengruppe hatte im Jahr 2007 an der Übernahme der Finanzgruppe Hypo Alpe Adria (HGAA) durch die Landesbank verdient. Der Manager selbst war anschließend bis zum März 2009 deren Vorstandschef.
"Sämtliche Vorgänge waren korrekt"
Die in Kärntens Hauptstadt Klagenfurt ansässige Vermögensverwaltung von Berlin wollte sich nach Angaben der "SZ" nicht äußern. Berlins Firma hatte dem Bericht zufolge zuletzt öffentlich erklärt, "sämtliche Vorgänge, an denen Herr Dr. Berlin beteiligt war, waren korrekt und im Einklang mit allen Gesetzen".
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Kaufs der HGAA durch die BayernLB. Es besteht der Verdacht, dass die vom Freistaat Bayern und den Sparkassen geführte BayernLB absichtlich 400 Millionen Euro zu viel für die HGAA zahlte. Inzwischen verkaufte der Freistaat Bayern die vom Zusammenbruch bedrohte HGAA für einen Euro wieder zurück an Österreich. Das Geschäft kostete den Steuerzahler 3,725 Milliarden Euro.