Investitionen steigenInfineon wird vom KI-Boom angetrieben

Die Nachfrage nach KI-Rechenzentren sorgt für gute Geschäfte beim Chiphersteller Infineon. Einnahmen und Gewinn legen zu. Und der Dax-Konzern will weiter Geld in das Segment stecken. Mau läuft es derweil in einem anderen wichtigen Bereich.
Der Halbleiterhersteller Infineon profitiert vom KI-Boom. Im ersten Geschäftsquartal konnte der Dax-Konzern trotz eines ansonsten eher verhaltenen Marktumfelds Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Der Chipkonzern kündigte einen beschleunigten Ausbau seiner Fertigungskapazitäten in diesem Bereich an. Die "sehr dynamische Nachfrage bei KI" habe Infineon Rückenwind gegeben, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck. Die Umsätze mit KI-Chips würden voraussichtlich auf 1,5 Milliarden Euro und im Jahr darauf auf 2,5 Milliarden Euro steigen.
Die Investitionen sollen als Reaktion auf die dynamische Nachfrage im KI-Bereich im laufenden Geschäftsjahr um rund eine halbe Milliarde höher ausfallen als ursprünglich geplant und bei 2,7 Milliarden Euro liegen. "Ein großer Teil davon entfällt auf einen schnelleren Hochlauf unserer neuen Smart Power Fab in Dresden, die wir bereits im Sommer eröffnen – genau zum richtigen Zeitpunkt!", sagte Hanebeck.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres verbuchte das Münchener Unternehmen im Jahresvergleich einen Zuwachs der Konzernerlöse um sieben Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis legte doppelt so stark auf 655 Millionen Euro zu. Die Segmentergebnis-Marge verbesserte sich auf 17,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente Infineon im ersten Quartal seines Geschäftsjahres, das im Oktober startete, 256 Millionen Euro. Das waren vier Prozent mehr als vor einem Jahr.
Für das laufende zweite Quartal rechnet Infineon mit Einnahmen von etwa 3,8 Milliarden Euro sowie einer Marge im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich. Für das Gesamtjahr ist Infineon hier noch optimistischer und peilt eine Marge im hohen Zehner-Prozentbereich an. Der Umsatz soll moderat steigen.
Der wichtige Automobilbereich werde aber schwächer zulegen. Hier bremse eine verhaltene Nachfrage im Bereich Elektromobilität. Der Bereich Power & Sensor Systems, zu dem auch die Stromversorgung von Rechenzentren gehört, werde dagegen deutlich schneller als der Konzerndurchschnitt wachsen. Die Prognose geht allerdings von einem Wechselkurs von 1,15 US-Dollar zum Euro aus. Das ist etwas weniger als zuletzt. Ein schwächerer Dollar belastet die Geschäfte von Infineon typischerweise. Das war auch im abgelaufenen Quartal der Fall.
Noch nicht in der Prognose enthalten ist Infineons jüngster Zukauf: Am Dienstagabend hatte der Konzern bekanntgegeben, für 570 Millionen Euro einen Teil des Sensorgeschäfts von ams Osram zu übernehmen.