Wirtschaft

Privatisierung kommt voran Investoren bieten für HSH Nordbank

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Finanz- und Schiffskrise brachten die HSH Nordbank in finanzielle Schieflage.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH Nordbank bis Ende Februar 2018 verkaufen. Jetzt liegen konkrete Angebote auf dem Tisch. Das Interesse von Finanzinvestoren ist groß - auch weil die Bank wieder schwarze Zahlen schreibt.

Aus dem Kreis der Bieter für den Verkauf der HSH Nordbank sind verbindliche Offerten abgegeben worden, teilten die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg mit. "Nach erster Sichtung bieten diese eine gute Grundlage, um den Verkaufsprozess fortsetzen zu können." Alle Angebote gelten nach HSH-Angaben für die Bank als Ganzes. Die Länder werden die Angebote analysieren und in die finalen Verhandlungen eintreten. Ein Kaufvertrag muss bis Ende Februar 2018 unterzeichnet sein. Wer die verbliebenen Bieter sind, wurde nicht gesagt.

Insidern zufolge gab es zuletzt eine Handvoll Interessenten, zu denen US-Finanzinvestoren wie Apollo, Cerberus oder Lonestar gehörten. Auch der US-Investor Christopher Flowers, der gut fünf Prozent an der Bank hält, war laut Insidern interessiert. Dagegen ist wohl kein strategischer Bieter mehr im Rennen. Die Eigentümer Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH bis Ende Februar 2018 verkaufen.

Dies ist eine Auflage der EU-Kommission im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen. Wird man sich nicht handelseinig, droht dem Geldhaus die Abwicklung. Neben der Kernbank gibt es eine Abbaubank, in der milliardenschwere Problemkredite aus den Jahren 2004 bis 2009 gebündelt sind. Die Bank sei einer erfolgreichen Privatisierung einen großen Schritt näher gekommen, erklärte Vorstandschef Stefan Ermisch. "Wir werden die Ländereigner auch künftig nach Kräften unterstützen, denn das konkrete Investoreninteresse ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich."

Vorsteuergewinn "fällt etwas höher aus"

Erste Geschäftszahlender Bank klingen auch für Interessenten vielversprechend. Bis zum vierten Quartal 2017 sei das Neugeschäft um rund zehn Prozent gestiegen. Nach 173 Millionen Euro Gewinn vor Steuern zum Halbjahr werde der Vorsteuergewinn zum 30. September "etwas höher ausfallen", teile die Bank mit.

Die Kernbank komme insbesondere im Geschäft mit Unternehmenskunden sowie in den Bereichen Erneuerbare Energien und Immobilien gut voran. Das Neugeschäft stieg nach neun Monaten um rund zehn Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Auch die Abbaubank mache Fortschritte, sagte Ermisch: Von 13,6 Milliarden Euro Altlasten zum Jahresende 2016 sei dieser Wert bis Ende Dezember auf unter acht Milliarden Euro gesunken, im kommenden Jahr seien weniger als vier Milliarden Euro vorgesehen.

Die Bank war durch die Finanzkrise und zuletzt wegen der Schiffskrise in Schieflage geraten. Hamburg und Schleswig-Holstein haben dem Geldhaus bereits mit Garantien und Eigenkapital von rund 13 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Über Gebühren dafür flossen etwa drei Milliarden Euro von der Bank zurück an die Länder.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

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