Wirtschaft

Ratingagenturen schlagen zu Irland und Portugal runter

Die schwere Haushaltskrise macht Irland und Portugal weiter zu schaffen. Die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Fitch stufen beide Länder erneut herab. Fitch billigt Portugal nur noch "BBB-" zu. S&P setzt für Irland "BBB+" fest.

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Die Iren durchschreiten ein tiefes Tal.

(Foto: REUTERS)

Irland kommt mit dem neuerlichen Rettungspaket für seine Banken nicht aus der Bredouille. Einen Tag nach Bekanntgabe der milliardenschweren Sanierungspläne meldeten die Finanzmärkte neue Zweifel an der langfristigen Zahlungsfähigkeit des Euro-Staates an.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stufte die Kreditwürdigkeit des Landes ein weiteres Mal herab. Die Kollegen von Fitch senkten die Bonitätsnote für Portugal deutlich. Zugleich verlangten Investoren dem hoch verschuldeten Land deutlich höhere Zinsen für eine kurzfristige Staatsanleihe ab. Private Geldgeber gehen inzwischen zunehmend davon aus, dass sie in absehbarer Zeit auf Teile ihres in den beiden angeschlagenen Staaten investierten Kapitals verzichten müssen.

S&P bewertete irische Anleihen mit der Bonitätsnote "BBB+" und damit nur noch als "durchschnittlich gute Anlage". Auch Konkurrent Fitch erwägt einen solchen Schritt. Die Agentur setzte den Ausblick auf negativ, was auf eine baldige Absenkung der Bonitätsnote hindeutet.

Finanzexperten zeigten sich zudem enttäuscht darüber, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) nicht auf eine zusätzliche mittelfristige Liquiditätszufuhr festgelegt hat. Die EZB kam dem Land allerdings insofern mit einer Sonderregelung entgegen, als irische Staatsanleihen von der Notenbank weiterhin als Sicherheit akzeptiert werden, unabhängig von der Bewertung durch Ratingagenturen.

Portugal kurz vor Ramschstatus

Portugal muss für frisches Geld immer tiefer in die Taschen greifen. Zwar fanden sich bei der Ausgabe einer bis Juni 2012 laufenden Staatsanleihe genügend Investoren - doch die ließen sich ihr Engagement mit durchschnittlich 5,793 Prozent verzinsen. Bei der vorherigen Auktion im Juli 2010 lag die Rendite lediglich bei 3,159 Prozent, wie die Finanzagentur in Lissabon mitteilte.

Obwohl die Regierung mehr Geld einnahm als geplant, rechnen Experten immer noch damit, dass das Land unter den EU-Rettungsschirm schlüpfen muss, um seinen Finanzbedarf zu sichern. Auch die Fitch-Analysten, die Portugal nun nur noch mit "BBB-" und damit knapp über Ramschstatus bewerten, drängen darauf. Nur mit Hilfe von außen könne Lissabon das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen.

Verschärft wird die Schuldenkrise noch durch die innenpolitische Misere: Am 5. Juli kommt es zu Neuwahlen. Denn die von Ministerpräsident Jose Socrates geführte sozialistische Minderheitsregierung ist nur noch geschäftsführend im Amt. Socrates war zurückgetreten, weil er nicht die notwendigen Stimmen aus der Opposition für neue Sparmaßnahmen zusammenbekam.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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