Wirtschaft

Reaktion auf Brüsseler Druck Italien will neuen Etat vorlegen

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Man lacht vor den Kameras. Dabei hatten Giuseppe Conte und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hart verhandelt.

dpa

Italiens Regierung will ein Defizitverfahren verhindern. Laut Ministerpräsident Conte wird der EU-Kommission in Kürze ein neuer Haushaltsentwurf präsentiert. Bislang plant Rom für 2019 ein Defizit von 2,4 Prozent.

Im Haushaltsstreit mit der EU will die italienische Regierung nach Angaben von Ministerpräsident Giuseppe Conte in den "kommenden Stunden" einen neuen Haushaltsentwurf vorlegen. Sein Ziel sei, ein Defizitverfahren gegen Italien zu verhindern, sagte Conte der Zeitung "Avvenire". Der neue italienische Vorschlag werde dazu führen, dass die EU-Kommission ein solches Verfahren "nicht in Betracht ziehen" müsse.

Die EU-Kommission hatte am 21. November wegen der umstrittenen italienischen Haushaltspläne für 2019 ein Defizitverfahren vorbereitet und dies mit der steigenden Verschuldung begründet. Das Verfahren könnte zu milliardenschweren Geldbußen für Rom oder zur Streichung von EU-Hilfen führen.

Die seit Juni amtierende Regierung aus der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der fremdenfeindlichen Lega-Partei will den Sparkurs ihrer Vorgänger trotz bereits enorm hoher Gesamtverschuldung beenden. Bisher plante sie mit einem Defizit von 2,4 Prozent im Haushalt 2019.

Brüssel fordert von Rom "notwendigen Maßnahmen"

Die Kommission sieht dies als "einen besonders schwerwiegenden Verstoß" gegen EU-Empfehlungen und hatte im Oktober erstmals überhaupt den Haushaltsentwurf eines Mitgliedstaats zurückgewiesen.

In der Nacht zum Dienstag veröffentlichten die Euro-Staaten ihre Einschätzung zum Vorgehen der EU-Kommission im Haushaltsstreit mit Italien. Die Finanzminister forderten die Regierung in Rom auf, "die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", um ihren Haushalt mit den Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes in Übereinstimmung zu bringen. "Wir unterstützen auch den andauernden Dialog zwischen der Kommission und der italienische Regierung", hieß es.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP

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