Wirtschaft

Kostspielige Milliarden-Zockerei JP Morgan streicht Aktienkauf

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Die Risiken nicht richtig im Griff: JP Morgan kämpft nicht nur mit einer verhängnisvollen Außenwirkung.

(Foto: REUTERS)

Die von Spekulationsverlusten in Milliardenhöhe gebeutelte US-Großbank JP Morgan Chase muss nun offenbar das Geld zusammenhalten: Bankchef Dimon stoppt den erst im März angekündigten groß angelegten Ankauf eigener Aktien.

Die von milliardenschweren Verlusten im Eigenhandel geschwächte US-Großbank JP Morgan setzt ihre Aktienrückkäufe aus. Durch diesen Schritt wolle man sicherstellen, dass man die Mindest-Kapitalanforderungen unter Basel III erfüllen könne, kündigte JPMorgan-Chef Jamie Dimon bei einer Investorenkonferenz an. Dieser Schritt habe allerdings nichts mit den Verlusten zu tun, betonte er.

Zeitgleich zum Rückkauf-Stopp versucht Dimon die aufgebrachten Aktionäre mit einer weiteren Maßnahme zu besänftigen: An der geplanten Dividendenausschüttung auf Quartalsebene werde festgehalten, erklärte er. Die Investmentbank hatte von der US-Notenbank die Erlaubnis erhalten, in diesem Jahr Aktien im Wert von zwölf Milliarden Dollar und weiteren drei Milliarden Dollar im kommenden Jahr zurückzukaufen.

Am 10. Mai hatte das Finanzinstitut bekanntgegeben, fast zwei Milliarden Dollar bei Geschäften mit Kreditderivaten verloren zu haben. Seither ist der Marktwert des Wall-Street-Schwergewichts um fast 30 Mrd. Dollar geschrumpft.

Ausgestanden ist das Problem auch im Aktienhandel noch nicht: Die Papiere von JP Morgan gaben zu Wochenbeginn in einem freundlichen Marktumfeld weitere 1,7 Prozent nach. Aktionäre der Bank haben bereits Aktionäre verklagen JP Morgan .

Die Dividende bleibt unangetastet

JP Morgan hatte noch im März den Rückkauf von eigenen Aktien für bis zu 15 Mrd. Dollar angekündigt. Das treibt gewöhnlich den Kurs. Parallel hatte Amerikas größte Bank die Quartalsdividende um 5 Cent auf 30 Cent angehoben. Ab April liefen allerdings hohe Verluste bei Finanzwetten auf, zuletzt hatte JP Morgan von einer Summe von etwa zwei Milliarden Dollar gesprochen. Dimons Worten zufolge könnte der Schaden allerdings noch durchaus größer ausfallen.

Angesichts der fehlgeschlagenen Zockereien steht JPMorgan seit Tagen in den Schlagzeilen. So berichtete das "Wall Street Journal", der für die Risikokontrolle der Investmentabteilung zuständige Mitarbeiter habe nicht nur wenig Erfahrung gehabt, sondern darüber hinaus in seiner Zeit als Wertpapier-Händler hohe Verluste eingefahren. Die Bank selbst äußerte sich nicht zu den Informationen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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02.06.09