Wirtschaft

Alle US-Läden machen dicht Juicy Couture will weiterleben

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Jetzt beginnt der große Ausverkauf!

(Foto: imago stock&people)

"Juicy" – saftig! In dicken Buchstaben stand das in den frühen Nullerjahren auf den Allerwertesten von Paris, Kim, Lindsay und Britney gedruckt. Heute trägt nur noch Cindy aus Marzahn solche Jogginghosen. Das reicht nicht für eine Marke.

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Paris und ihr Jogginganzug haben es einst bis zu Madame Tussaud's gebracht.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

"Hätten Sie sie ungeschminkt erkannt?" Mit solchen und ähnlichen Bildunterschriften geisterten etwa um das Jahr 2003 herum unzählige Neu-Prominente durch die Illustrierten. Sie konnten etwas singen, schauspielern, oder waren von Haus aus reich. Oder sie waren mit jemandem befreundet, der reich war, schauspielern konnte oder singen. Gemeinsam war den jungen Frauen ein pastellfarbener Jogginganzug, Designer-Glitzertasche, überdimensionale Sonnenbrille. Alles an diesem Outfit schrie: "Schau, ich, Britney Spears, Lindsay Lohan, Paris Hilton oder Kim Kardashian, bin gestern derart durch die Clubs gezogen, dass ich heute keine Kraft mehr habe, mich zu stylen. Ich will mir nur einen Latte Macchiato XXL holen, dann gehe ich eine Runde Gassi mit meinem winzigen Hündchen und lege mich wieder aufs Sofa."

Von den Illustrierten aus traten die pastellfarbenen, geschmacklosen Jogging-Anzüge von Juicy Couture ihren Siegeszug rund um die Welt an. Bis sie schließlich in der hundertfach imitierten Version wieder in den Vororten landeten, aus denen sie kamen. Paris & Co dagegen sind jetzt erwachsene, elegante Damen oder versuchen es wenigstens zu sein. Sie gehen jetzt zu Chanel & Co - und verderben dort das jahrzehntelang aufgebaute Image. Denn an ihnen klebt der Trash wie Pattex. Nichtsdestotrotz hat es beispielsweise Kim Kardashian immerhin zu noch mehr Geld, Kanye West und einem Vogue-Cover gebracht.

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Auch pretty in pink: Die Kunstfigur Cindy aus Marzahn

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer trägt also noch "Juicy Couture"? Eben. Und so überraschte die Ankündigung der Marke, alle US-Läden zu schließen, wenig. Eher überraschend ist das vehemente Dementi des Labels über ein Aus der Marke. Die Schließung der Läden bedeute nicht, dass die amerikanische Sportmarke vor dem Ende stünde, ganz im Gegenteil, sagte nun ein Sprecher des Labels gegenüber der Modebibel "Vogue". Der Schritt sei ein Wegbereiter für die Zukunft des Unternehmens: "Die Marke Juicy Couture ist stark und mit weltweit fast 200 Shops global erfolgreich," wird betont.

Die Authentic Brands Group, die das Label im vergangenen Herbst aufkaufte, hat damit auch noch Großes vor. Geplant sind unter anderem neue "Concept-Stores" an neuen Standorten in Amerika, die 2015 eröffnet werden sollen. Schon jetzt hat das Fashion-Label gemeinsam mit Elizabeth Arden drei Parfüms auf den Markt gebracht, mit Designer Steve Madden ist eine neue Schuh-Linie geplant.

Dass Juicy Couture nicht aufgeben wird, könnte für andere Modemarken wie Chanel und Gucci Sportswear eine Erleichterung sein. Denn vielleicht kehren ja die einstigen Markenbotschafterinnen zu ihrer Jugendmarke zurück.

Quelle: n-tv.de, sla