Wirtschaft
In welcher Form wechseln Kundendaten die Firma?
In welcher Form wechseln Kundendaten die Firma?(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)
Dienstag, 13. Februar 2018

Grundsatzentscheidung angestrebt: Klage wegen Fluege.de-Kundendaten

Was passiert mit Kundendaten, wenn die Firma pleite ist oder verkauft wird? Diese Frage wollen Verbraucherschützer in Sachsen klären lassen. Konkret geht es um ein Unternehmen aus dem Unister-Universum.

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat zwei Klagen im Zusammenhang mit der Pleite des Internetunternehmens Unister eingereicht. Im Kern geht es um die Kundendaten des ehemaligen Unister-Portals Fluege.de, wie der MDR berichtet. Die Verbraucherschützer wollen demnach verhindern, dass die Daten des Leipziger Flugreiseportals Fluege.de übertragen und genutzt werden. Angestrebt werde eine Grundsatzentscheidung zum Umgang mit Kundendaten bei Insolvenzen und Firmenverkäufen. Laut Experten gibt es noch keine Rechtsprechungen für derartige Fälle.

Wie es weiter heißt, richten sich die Klagen gegen den neuen Fluege.de-Besitzer Invia Flights Germany sowie den Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Zwar seien betroffene Verbraucher vor der Datenübertragung per E-Mail angeschrieben worden, sagte Jurist Michael Hummel von der Verbraucherzentrale. Sollten sie jedoch der Datenübertragung nicht widersprechen, gehe man von ihrer Zustimmung aus. "Dieses Vorgehen halten wir für rechtswidrig", sagte Hummel. "Es hätte unseres Erachtens einer ausdrücklichen Einwilligung der betroffenen Verbraucher bedurft."

Die sächsische Verbraucherzentrale hatte laut MDR sowohl Invia als auch Flöther um eine Unterlassungserklärung gebeten. Beide allerdings gaben diese Erklärung nicht ab.

Insolvenzverwalter Flöther habe sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zum Thema äußern wollen, hießt es weiter Ein Sprecher sagte indes, dass die Rechtslage geprüft und für rechtskonform befunden worden sei. Zudem habe die Klage keine praktische Relevanz. "Denn mit der Klage soll lediglich untersagt werden, in Zukunft Daten der Kunden ohne deren Zustimmung zu übertragen", wird der Sprecher zitiert. Auch Invia äußerte Unverständnis über die eingereichte Klagen und verwies auf entsprechende Prüfungen.

Quelle: n-tv.de