Wirtschaft
Mehr als eine Milliarde Dollar sammelten die Koch-Brüder vor zwei Jahren im US-Wahlkampf, um einen demokratischen Kandidaten zu verhindern.
Mehr als eine Milliarde Dollar sammelten die Koch-Brüder vor zwei Jahren im US-Wahlkampf, um einen demokratischen Kandidaten zu verhindern.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 31. Juli 2018

Kampf für Freihandel: Koch-Brüder starten Kampagne gegen Trump

US-Präsident Trumps Zoll-Politik bekommt prominenten Gegenwind: In einem 30- sekündigen Clip fordern Charles und David Koch, die amerikanischen Märkte zu öffnen und die Zölle abzuschaffen - ihre Initiative wird erst der Anfang sein.

Früher war das Vermögen der einflussreichen US-Industriellen David und Charles Koch eine sichere Bank für die Republikaner. In den USA galten sie als einflussreiche Geldgeber konservativer Politiker, die sich dafür einsetzen, den Einfluss der Regierung auf die Wirtschaft zurückzudrängen. Mehr als eine Milliarde Dollar sammelten sie noch vor zwei Jahren im US-Wahlkampf ein, um einen demokratischen Kandidaten zu verhindern. Als klar war, dass Trump Präsidentschaftskandidat der Republikaner werden würde, distanzierten sie sich jedoch von der Partei.

Jetzt geht Charles Koch einen Schritt weiter. Am Rande des Treffens der Superreichen in Colorado Springs kritisiert er überraschend offen die Politik des US-Präsidenten: "Wir sehen einen Aufstieg des Protektionismus", warnt er. "Dies ist eine natürliche, aber zerstörerische Tendenz. Denn wenn die Menschen diesem protektionistischen Weg folgen, bauen sie Barrieren, die die Welt für alle schlechter machen." Desweiteren erklärt er, in Zukunft sogar lieber mit den Demokraten zusammenarbeiten zu wollen. Dass diese Zusammenarbeit nicht lediglich monetärer Natur sein muss, beweist ein jetzt veröffentlichter Werbeclip.

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Der von den Koch-Brüdern finanzierte konservative Think Tank Freedom Partners fordert die Amerikaner in einer TV-Werbung offen auf, sich Trumps Zoll-Politik zu widersetzen. "Amerikas Bauern arbeiten hart, um uns Essen auf den Tisch zu stellen. Aber die neuen Zölle gefährden die Lebensgrundlage unserer Bauern, Autohersteller und Fabrikarbeiter." Jetzt seien die verzweifelten Farmer auf Milliardenhilfen angewiesen. "Farmer wollen Handel und keine Hilfen. Sagen Sie dem Kongress: 'Öffnen Sie den amerikanischen Markt und beenden Sie die Zölle", heißt es in dem Spot. Ein Farmer zieht eine rote Baseball-Mütze mit weißem Schriftzug vom Kopf - ein Fingerzeig in Richtung Trumps "Make America Great Again"-Cappies und seine nicht eingehaltenen Versprechen.

Andere von den Koch-Brüdern finanzierte Organisationen wie die "Libre Initiative" und "Americans for Prosperity" haben sich der Initiative angeschlossen und gemeinsam einen Brief an Trump verfasst. In dem fordern sie den US-Präsidenten auf, die Zölle abzuschaffen und die TTIP-Verhandlungen wieder aufzunehmen. Sie schreiben: "Zölle schaden den Amerikanern und sind als Verhandlungstaktik nicht besonders klug, um Handelsabkommen zu schließen." Es sei unmöglich, Landwirte, Unternehmen, Arbeiter und Verbraucher vor Zöllen zu schützen.

Die Koch-Brüder zählen zu den reichsten Menschen der Welt. Mit ihrem Unternehmen Koch Industries sind sie in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv, unter anderem im Energie- und Chemiesektor. Vor einigen Wochen war bereits bekannt geworden, dass sie eine millionenschwere Kampagne gegen die Zoll-Politik von US-Präsident Trump starten und für den Freihandel werben wollten.

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Quelle: n-tv.de