Wirtschaft

Käufer für Maroc Telecom gefunden Vivendi will Ballast abwerfen

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Emirates Telecommunications, auch bekannt unter dem Namen Etisalat.

(Foto: REUTERS)

In die Telekombranche kommt Bewegung. O2 und E-Plus schließen sich zusammen und in Frankreich erhält Vivendi ein Angebot über gut vier Milliarden Euro für ihre Tochter Maroc Telecom. Die Franzosen haben möglicherweise noch einen weiteren attraktiven Deal in petto. An der Börse werden die Nachrichten gefeiert.

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Der französische Mischkonzern Vivendi hat einen Käufer für den afrikanischen Mobilfunkanbieter Maroc Telecom gefunden. Das Unternehmen verhandelt exklusiv mit Emirates Telecommunications, wie der Konzern mitteilte. Der Kaufpreis für Maroc Telecom soll 4,2 Mrd. Euro in bar betragen.

Der Verkauf ist ein wichtiger Schritt in Vivendis Restrukturierung. Das Unternehmen will seine Mobilfunkaktivitäten loswerden und sich selbst als kleineres Medienunternehmen neu aufstellen.

Emirates Telecommunications, auch bekannt unter dem Namen Etisalat, ist der letzte noch verbliebene Bieter für Vivendis 53-Prozent-Anteil an Maroc Telecom. Der Verkaufsprozess dauert schon mehrere Monate. Im Juni erst hat Qatar Telecom ein verbindliches Angebot zurückgezogen.

Der Deal soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die marokkanische Regierung und die Länder, in denen Maroc Telecom aktiv ist, müssen noch zustimmen. Zuletzt habe es zwischen der marokkanischen Regierung, Vivendi und Etisalat Unstimmigkeiten gegeben über Steuerzahlungen und Minderheitsaktionäre. Diese seien jedoch mittlerweile ausgeräumt. Marokko hält rund 30 Prozent an dem Mobilfunkanbieter.

Wie ebenfalls bekannt wurde, spricht Vivendis Tochter SFR mit Bouygues über die gemeinsame Nutzung ihres Mobilfunk-Netzwerkes in Frankreich. Dies würde die Kosten deutlich senken.

Am Morgen hatten KPN und Telefónica mitgeteilt, beim geplanten Zusammenschluss ihrer deutschen Töchter E-Plus und O2 handelseinig zu sein. Händler bezeichneten die Nachrichtenlage als "länderübergreifend fantastisch". Die Konsolidierung einer "lange vergessenen" Branche rücke wieder voll in den Fokus. "Es gibt gleich drei große Nachrichten auf einmal - das wird den Flow in den Sektor wieder kräftig steigern und die Bewertung der Aktien erhöhen", so eine andere Stimme.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ/rts