Wirtschaft

Springer-Tochter greift zu Letzte Unister-Einheit zu Geld gemacht

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Weitere Unister-Einheit verkauft.

(Foto: dpa)

Die Zerschlagung des Internet-Konglomerats Unister ist abgeschlossen. Die letzte operative Geschäftseinheit hat einen neuen Eigner. Ein Ende des Insolvenzverfahrens indes ist nicht in Sicht. Ein Ende des Gerichtsprozesses gegen Ex-Manager indes schon.

Der letzte Geschäftsbetrieb des zahlungsunfähigen Internet-Unternehmens Unister ist nach Angaben des Insolvenzverwalters Lucas Flöther verkauft. Der Online-Vermarkter Ad Up Technology gehe mit Wirkung zum 1. Dezember an die Axel Springer Teaser Ad GmbH, teilte Flöthers Kanzlei mit. Die 22 Arbeitsplätze in Hamburg blieben erhalten, hieß es.

Ad Up Technology ist spezialisiert auf die Vermarktung von Online-Portalen. Wie viel Geld geflossen ist, wollte ein Sprecher der Kanzlei nicht sagen. Unister betrieb bis zu seiner Insolvenz 2016 unter anderem die Reiseportale "fluege.de" und "ab-in-den-urlaub.de".

Mit dem Verkauf des letzten operativen Geschäftsbetriebs sei das Insolvenzverfahren bei dem Leipziger Unternehmen aber noch lange nicht abgeschlossen, sagte der Sprecher. Es könne noch Jahre dauern, bis ermittelt sei, wie viel Geld die Gläubiger noch von Unister zurückfordern könnten. Erst dann könne die Holding abgewickelt werden.

Derzeit läuft noch ein Gerichtsverfahren gegen zwei ehemalige Manager des Unternehmens. Ihnen wird Betrug vorgeworfen. Einer von beiden ist auch wegen Steuerhinterziehung und unerlaubten Betreibens von Versicherungsgeschäften angeklagt. Die Urteile sollen am Montag fallen. Der Gründer des Unternehmens, Thomas Wagner, war im Sommer 2016 bei einem Flugzeugabsturz gestorben.

Im Betrugsprozess hatte die Verteidigung gestern Freispruch für die beiden angeklagten Ex-Manager gefordert. Die Beschuldigten hätten nicht gegen Gesetze verstoßen, sagten ihre Rechtsanwälte. Für den Fall eines Schuldspruchs kündigte einer der Anwälte schon jetzt Revision an.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den Angeklagten eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, unter anderem wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs.  Die Betrugsvorwürfe beziehen sich auf die von dem Ex-Finanzchef mutmaßlich mitgetragene Praxis des "Runterbuchens". Dabei kauften Kunden über Unister-Portale Flugtickets zu einem online angezeigten Preis, Unister erzielte aber hinter den Kulissen niedrigere Preise und behielt die Differenz ein.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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