Wirtschaft

Essen kommt nun aus der Schweiz Lufthansa kocht nicht mehr selbst

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Die Mahlzeiten auf Lufthansa-Flügen werden in Zukunft von der Gategroup geliefert.

(Foto: imago images / Rüdiger Wölk)

Die Lufthansa will sich stärker auf ihr Airline-Geschäft konzentrieren. Dafür trennt sich die Fluggesellschaft von ihrer Cateringtochter LSG. In Zukunft ist ein Unternehmen aus der Schweiz für die Verpflegung an Bord verantwortlich.

Die Lufthansa gibt ihre Großküchen für die Bordverpflegung in fremde Hände. In einem ersten Schritt wird das Europa-Geschäft der Cateringtochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup verkauft, teilte Lufthansa in Frankfurt mit. Das internationale Geschäft soll dann im kommenden Jahr aus dem Dax-Konzern gelöst werden.

Insgesamt sind bei der LSG weltweit etwa 35.500 Menschen beschäftigt. In den nun verkauften Unternehmensteilen einschließlich einiger Spezialaktivitäten arbeiten nach Lufthansa-Angaben etwa 7100 Mitarbeiter, die 2018 einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Noch nicht abgeschlossen sind Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi, die für die Beschäftigten in Deutschland Altersteilzeitmodelle und langjährige Gehaltsgarantien durchsetzen wollte. Unter dem neuen Eigentümer erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

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Die Partnerschaft gewährleiste "ein hohes Maß an Sicherheit für die Arbeitsplätze", sagte hingegen Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Laut einer Mitteilung der Gategroup steht der Betrag auch noch nicht fest und soll erst im ersten Halbjahr 2020 vereinbart werden.

Kartellbehörden müssen noch grünes Licht geben

Lufthansa verpflichtet sich nach Angaben eines Sprechers in dem Vertrag für "viele Jahre", die Bordverpflegung an den Drehkreuzen München, Frankfurt und weiterhin auch in Zürich bei der Gategroup abzunehmen. An den beiden deutschen Standorten will Lufthansa zudem mit 40 Prozent Anteilseigner an einem neu zu gründenden Gemeinschaftsunternehmen bleiben. Damit würden ein nahtloser Übergang des Cateringgeschäftes und ein erfolgreicher Start der Zusammenarbeit sichergestellt, hieß es.

Lufthansa will sich nach früheren Ankündigungen Spohrs stärker auf das Airline-Geschäft konzentrieren. Mit dem Verkauf könne man sich aufs Kerngeschäft fokussieren und zusätzlich in die Airlines investieren, sagte Finanzchef Ulrik Svensson. Der Deal steht noch unter Vorbehalt der Kartellbehörden. Die übrigen Teile der Bordverpflegungssparte sollen im kommenden Jahr verkauft werden.

Gategroup gehört seit April der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter war 2016 vom chinesischen Mischkonzern HNA gekauft worden. Das Unternehmen beschreibt sich als weltweit führender Anbieter von Bordverpflegung und damit verbundenen Dienstleistungen. Weltweit beschäftige man mehr als 43.000 Menschen und versorge aus mehr als 200 Betrieben jährlich mehr als 700 Millionen Fluggäste. Im vergangenen Jahr betrug der Umsatz 4,9 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet 4,32 Mrd Euro.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa