Wirtschaft

Sicherheit geht vor Malaysia Airlines verbannt Boeing 737 Max

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Boeing muss die 737-Max-Maschinen sicherer machen.

(Foto: picture alliance/dpa)

2020 gibt es keine neue Boeing 737 Max für Malaysia Airlines. Die Fluggesellschaft fürchtet um die Sicherheit der Passagiere und storniert seine Bestellung. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten muss Boeing die Produktion stoppen. Seit Monaten bleiben die Maschinen am Boden.

Die Fluggesellschaft Malaysia Airlines will dem kriselnden Flugzeugbauer Boeing in diesem Jahr keine Mittelstreckenjets vom Typ 737 Max abnehmen. Die Airline begründete ihre Entscheidung mit dem Produktionsstopp für das Modell und der Unsicherheit, wann die Maschinen wieder abheben dürfen.

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Nach dem Absturz zweier Flugzeuge in Indonesien und Äthiopien dürfen die Maschinen des Typs weltweit nicht mehr starten.

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"Malaysia Airlines sieht die Sicherheit seines Flugbetriebs und seiner Kunden als oberste Priorität an", teilte das Unternehmen mit. Die Airline begrüße die Schritte von Boeing, die Abläufe zu verbessern, um den sicheren Betrieb der 737 Max zu gewährleisten. Malaysia Airlines hat 25 Exemplare des modernisierten Mittelstreckenjets bestellt, aber noch keine einzige Maschine erhalten.

Nach dem Absturz zweier Flugzeuge in Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Toten dürfen die Maschinen des Typs weltweit nicht mehr abheben. Auch die Auslieferungen sind gestoppt. Boeing hat bereits mehr als 400 Jets auf Halde gebaut und unterbricht nun vorläufig die Produktion. Im Dezember feuerte der Konzern seinen bisherigen Chef Dennis Muilenburg. Bei Auslieferungen und Neubestellungen fiel Boeing 2019 weit hinter seinen europäischen Rivalen Airbus zurück.

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Boeing hatte auf Simulatortraining verzichtet

Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Boeing empfiehlt inzwischen vor der Wiederinbetriebnahme des Unglücksfliegers für alle Piloten Trainings im Flugsimulator. Die Aufsichtsbehörden würden in der Sache die finale Entscheidung treffen, hieß es weiter.

Boeing hatte bei der Einführung des Fliegers kein Simulatortraining empfohlen. Solche Trainings sind für Airlines kostspielig. Das Fehlen solcher Anforderungen wird daher oft als wichtiges Argument beim Verkauf neuer Flugzeugmodelle gesehen.

So wie Boeing jetzt machte Malaysia Airlines vor wenigen Jahren Schlagzeilen mit Katastrophen. Im Jahr 2014 verschwand erst Flug MH 370 nahezu spurlos, dann wurde über der Ukraine versehentlich eine Maschine der Fluggesellschaft abgeschossen. Die Passagierzahlen brachen daraufhin ein. Die Airline schreibe bereits seit acht Jahren rote Zahlen, heißt es beim Fachportal Aerotelegraph. 2016 hätten Sparmaßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisse geführt, 2017 sei der Verlust aber wieder angestiegen. Mittlerweile werden Investoren gesucht.

Quelle: ntv.de, can/dpa