Wirtschaft

Apple-Zulieferer in Bedrängnis Manz-Aktien brechen nach Auftragsstopp ein

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Unklar ist, ob Manz seine Jahresziele noch erreichen kann.

(Foto: Manz AG)

Panik ergreift Anleger des schwäbischen Maschinenbauers Manz zum Wochenbeginn: Der mögliche Verlust eines Großauftrags lässt die Aktie einbrechen. Die Nachricht kommt für das angeschlagene Unternehmen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Der Stopp bei einem wichtigen Projekt hat Aktionäre von Manz in Aufruhr versetzt. Die Titel brachen zum Auftakt der Handelswoche um ein Viertel auf 30,12 Euro ein. Das war der tiefste Stand seit vier Monaten. Der defizitäre Apple-Zulieferer gab am Wochenende bekannt, dass ein wichtiger Kunde ein Großprojekt gestoppt habe. Vorstandschef Dieter Manz fürchtet nun, die Jahresziele nicht zu erreichen.

Manz Automation
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Im Laufe des Handelstages erholte sich das Papier wieder etwas und verlor am späten Vormittag noch rund 12 Prozent auf rund 35 Euro. Dennoch ist es ein weiterer Rückschlag für Manz-Aktionäre, die bereits im vergangenen Jahr einiges erdulden mussten. Nach einem Höhenflug im Sommer 2015 auf mehr als 90 Euro bröckelte die Aktie nach und nach ab: Ende Oktober 2015 hatte Manz wegen von Kunden verschobener Aufträge eine Gewinnwarnung ausgesprochen, der Aktienkurs brach daraufhin um fast 28 Prozent ein. Schließlich flog der Wert sogar aus dem technologielastigen TecDax. Im Februar markiert das Papier einen Tiefstand und lag bei gerade mal rund 22,56 Euro.

Einstieg des chinesischen Investors Auslöser?

Als "sehr schlechte Nachricht" wertet Victoria Kruchevska von der Equinet Bank den möglichen Verlust eines Großauftrags bei Manz. Und das in einer Phase, in der das Unternehmen das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen trachte. Die Nachricht belege, wie unsicher das Geschäftsumfeld sei, in dem sich Manz bewegt. Die Analystin belässt die Einstufung der Aktie zunächst bei "Neutral" und das Kursziel bei 33 Euro.

Zudem stehe noch die Frage im Raum, ob der Projektstopp etwas mit dem Einstieg eines chinesischen Investors zu tun habe. Vor wenigen Wochen hatte sich der Maschinenbauer Shanghai Electric bei einer Kapitalerhöhung von Manz beteiligt und so einen Fuß in die Tür bekommen. "Es besteht das Risiko, dass das Unternehmen den gleichen Weg geht wie im letzten Jahr", sagt die Analystin.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/DJ

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