Keine Big Macs mehr McDonald's schließt Filialen auf der Krim

Änderungen im Alltag der Krim-Bewohner nach der Annexion durch Russland zeigen sich auch in scheinbar kleinen Dingen: McDonald's verlässt die Halbinsel. Die prorussische Regierung sieht die Versorgung nicht gefährdet
Die Bewohner der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim müssen ab sofort auf Big Macs und Chicken Mc Nuggets verzichten: Die US-Fastfood-Kette McDonald's teilte mit, sie werde ihre drei dortigen Filialen vorübergehend schließen - aus "produktionstechnischen Gründen". Das Unternehmen hoffe, die Arbeit wiederaufnehmen zu können, "sobald wir die Gelegenheit dazu haben", heißt es auf der ukrainischen McDonald's-Website. Russische Medien berichteten, rund 500 Beschäftigte in Jalta, Simferopol und Sewastopol seien betroffen.
Doch womöglich ist der Rückzug dauerhaft. Denn den Mitarbeitern der Krim-Filialen wurde angeboten, in anderen Restaurants in der Ukraine zu arbeiten. McDonald's bot auch an, deren Umzug zu bezahlen und drei Monatsmieten zu übernehmen. Außerdem wurden die Adressen der bisher drei Filialen in Simferopol, Sewastopol und Jalta von der Website entfernt.
"Wir verstehen und respektieren jegliche Entscheidung unserer Mitarbeiter", so das Unternehmen. Wer nicht in eine andere Stadt der Ukraine ziehen wolle, bekomme eine Abfindungszahlung.
Schirinokwski kündigt Proteste an
Trotz massiver internationaler Proteste hatte Russland Mitte März die ukrainische Halbinsel Krim in sein Staatsgebiet aufgenommen, nachdem sich die dortige Bevölkerung in einem umstrittenen Referendum für die Abspaltung von der Ukraine ausgesprochen hatte. Der Westen verhängte daraufhin Sanktionen gegen Mitglieder der russischen Führung.
Die prorussische Führung der Krim reagierte gelassen auf die Schließung. Die Restaurants hätten für die Versorgung in der Region keine bedeutende Rolle gespielt, sagte die Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Swetlana Werba. "Es ist nicht schlimm. Es wird sich ein anderer Betreiber finden", meinte sie. Es gebe in Russland viele Ketten, die diese Nische nun füllen könnten, sagte Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew.
Der russische Rechtspopulist Wladimir Schirinowski forderte, McDonald's aus Russland zu verdrängen. "Es ist sehr gut, dass McDonald's seine Lokale auf der Krim geschlossen hat", zitiert die russische Agentur Ria Novosti den Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei (LDPR). Er habe bereits die Moskauer LDPR-Filiale angewiesen, vor allen McDonald's Filialen Kundgebungen zu organisieren, "damit sie so schnell wie nur möglich abhauen".