Ungleichgewicht wächstMillionen-Gehälter für Dax-Chefs legen kräftig zu

Die Spitzengehälter im Dax klettern weiter: Vorstandschefs haben 2025 im Schnitt deutlich mehr als im Vorjahr kassiert. Kritiker warnen: Die Verhältnisse "amerikanisieren" sich.
Die Vorstandsvorsitzenden der großen börsennotierten Konzerne in Deutschland haben 2025 deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor. Nach Berechnungen des Handelsblatt Research Institute (HRI) erhielten die Chefs der Konzerne aus dem Leitindex Dax insgesamt eine Vergütung von 261,3 Millionen Euro. Das waren laut "Handelsblatt" 12,9 Prozent mehr als im Vorjahr. 2024 waren die Gehälter demnach um rund 10 Prozent gestiegen, 2023 um 2 Prozent. 2022 mussten die Topmanager sogar Einschnitte hinnehmen.
Das Plus im vergangenen Jahr beruhte dem Bericht zufolge vor allem auf Sonderzahlungen wie Abfindungen sowie auf der zunehmenden Orientierung der Vergütung am jeweiligen Aktienkurs. Kritiker monieren schon länger die immer höheren Spitzengehälter und das Ungleichgewicht zwischen den Vergütungen der obersten Chefs und der Belegschaft. Die Verhältnisse würden sich "amerikanisieren".
Durchschnittlich erhielt jeder Dax-Chef 2025 demnach rund 6,9 Millionen Euro. Sieben der Top-Manager wurden mit mehr als 10 Millionen Euro entlohnt. Spitzenverdiener war erneut SAP-Chef Christian Klein. Er bekam 16,24 Millionen Euro, was allerdings weniger war als im Jahr zuvor mit etwa 19 Millionen Euro.
Einer Auswertung der "Wirtschaftswoche" zufolge folgten Christian Sewing von der Deutschen Bank (15,69 Millionen), Roland Busch von Siemens (12,33 Millionen), Oliver Bäte von der Allianz (11,61 Millionen) und Tim Höttges von der Deutschen Telekom (11,55 Millionen) auf den Plätzen. Aufsteiger des Jahres dürfte Rheinmetall-Chef Armin Papperger sein. Er verdiente dank des Rüstungs-Booms mit über 10 Millionen Euro zweieinhalbmal so viel wie ein Jahr zuvor und schob sich auf Platz sechs vor.
Die HRI-Studie basiert - wie in den vergangenen Jahren - auf den Vergütungsberichten von 38 der 40 Dax-Konzerne. Der Flugzeugbauer Airbus und der Diagnostikkonzern Qiagen sind nicht berücksichtigt. Beide Firmen haben ihren aktienrechtlichen Sitz nicht in Deutschland.