Wirtschaft

Fluchtversuch bei S&K-Anlagebetrugsverfahren Stephan S. schwer verletzt

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Den S&K-Geschäftsführern wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Frankfurter Landgericht sind Fluchtversuche keine Seltenheit. Die Fenster werden in Strafverfahren daher verriegelt. Beim Betrugsverfahren um die Immobiliengruppe S&K ist das offenbar nicht der Fall: Prompt stürzt sich einer der Angeklagten in die Tiefe.

Der mutmaßliche S&K-Anlagebetrüger Stephan S. hat sich bei einem Fluchtversuch aus dem Frankfurter Landgericht schwer verletzt. Der mit Handschellen gefesselte Mann habe sich aus einem Fenster im ersten Stock gestürzt, bestätigte ein Gerichtssprecher. Der 34 Jahre alte Untersuchungshäftling musste in ein Krankenhaus gebracht werden, wo er nach Angaben des Justizministeriums operiert werden sollte. Lebensgefahr habe nicht bestanden, verlautete aus Justizkreisen.

Als Geschäftsführer einer der S&K-Gesellschaften sollte S. an einem Zivilprozess teilnehmen. Am Verhandlungstag war er aus der JVA Frankfurt in die Obhut der Gerichtswachtmeister übergeben worden, so das Ministerium.

Es geht um einem Millionenbetrug

Den beiden S&K-Geschäftsführern sowie mindestens zehn weiteren Beschuldigten wird Untreue sowie gewerbs- und bandenmäßiger Betrug mit Kapitalanlagen vorgeworfen. Sie sollen über ein Schneeballsystem Anleger um rund 105 Millionen Euro geprellt und das für Immobilieninvestitionen gedachte Geld mit einem extrem aufwendigen Lebensstil verprasst haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt dauern noch an. Im Februar hatte es eine spektakuläre Großrazzia gegen die Verdächtigen gegeben, die dann auch in Untersuchungshaft genommen wurden. Zuletzt hatten die Ermittler eine umfangreiche Liste sichergestellter Wertgegenstände ins Internet gestellt.

Der mit Handschellen gefesselte S. war am Freitag von Justizbeamten begleitet worden. Der Gerichtssaal B 116 befindet sich im ersten Stock eines repräsentativen Altbaus aus der Gründerzeit. Der Sturz aus dem Fenster auf das Pflaster soll aus etwa sechs Metern Höhe erfolgt sein.

In dem Gericht ist es schon früher zu Fluchtversuchen gekommen. In Strafverfahren sind daher üblicherweise die Fenster verriegelt. Offenbar war diese Vorsichtsmaßnahme bei dem Ziviltermin nicht beachtet worden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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