Wirtschaft

Ungewisse politische Zukunft Moody's stuft Ukraine herab

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Die politisch instabile Lage in der Ukraine lässt die Ratingagentur Moody's aufhorchen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bevor die Ukraine Thema auf der Münchener Sicherheitskonferenz ist, macht Moody's Nägel mit Köpfen. Wegen der politisch instabilen Lage senkt die US-Ratingagentur die Bonitätseinstufung. Aber nicht nur die Politik bereitet Sorgen.

Der politische Konflikt in der Ukraine hat nun auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote des osteuropäischen Landes um eine Stufe auf "Caa2" von "Caa1" zurückgesetzt. Mit einem Rating im "C"-Bereich gelten ukrainische Staatsanleihen als hoch spekulativ.

Der Ausblick sei negativ, hieß es zudem weiter. Die Analysten sehen die Gefahr, dass die Ukraine deutlich mehr externe Liquidität benötigt. Gleichzeitig bezweifeln sie, dass Russland die Ukraine dauerhaft unterstützen wird.

Politisch instabil

Die Eskalation der anfangs friedlichen Proteste birgt nach Meinung von Moody's das Risiko einer sich hinziehenden Regierungskrise und/oder politischer Instabilität.

Die ungewisse politische Zukunft und die Abwertung der eigenen Währung veranlassten die Bevölkerung, ausländische Währungen zu horten. Zwar könnte die ukrainische Zentralbank vielleicht mit russischer Hilfe die Abwertung der ukrainischen Hrywnja einigermaßen bewältigen, doch werde die Zuspitzung der Lage den Run auf Devisen möglicherweise befeuern.

Aber selbst die Unterstützung durch Russland könnte wegfallen, wenn sich die Ukraine nach einem Regierungswechsel stärker der Europäischen Union nähere, heißt es weiter. Russland hatte der Ukraine 15 Milliarden US-Dollar zugesagt, nachdem das geplante Asoziierungsabkommen mit der EU gescheitert war. Auch sollte die Ukraine russisches Gas zu deutlich niedrigeren Preisen erhalten.

Die Summe von 15 Milliarden Dollar hatte die Ukraine ursprünglich vom Internationalen Währungsfonds haben wollen, doch hätte dieser seine Unterstützung an verschiedene Bedingungen geknüpft wie flexiblere Wechselkurse, höhere Gaspreise für Privatkunden und die Konsolidierung der Staatsfinanzen.

Quelle: ntv.de, bad/DJ

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