Wirtschaft

Streit um globale Konzerne OECD warnt vor weltweitem "Steuerkrieg"

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Wer kassiert? Über die Besteuerung globaler Konzerne wie Starbucks droht, ein internationaler Konflikt auszubrechen.

(Foto: AP)

Für dieses Jahr hat sich die OECD vorgenommen, eine internationale Einigung für die Besteuerung globaler Großkonzerne auf den Weg zu bringen. Sollte das ehrgeizige Vorhaben scheitern, drohe ein Konflikt mit weitreichenden Folgen, warnt der Leiter der Verhandlungen.

Die Industriestaatenorganisation OECD warnt vor einem gefährlichen Konflikt, wenn es nicht gelinge, die Besteuerung international tätiger Großkonzerne wie Facebook und Starbucks wie geplant in diesem Jahr grundlegend zu reformieren: "Dann bekommen wir einen Steuerkrieg", sagte Pascal Saint-Amans, der Leiter der OECD-Steuerabteilung in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Er ist der Verhandlungsführer in den internationalen Gesprächen. Dieser "Steuerkrieg", so Saint-Amans, werde "wiederum einen Handelskrieg auslösen".

Falls es 2020 keine Einigung über die Neuordnung der Unternehmensbesteuerung gebe, würden viele Regierungen auf eigene Faust handeln, sagte der Franzose: "Insgesamt 40 Länder stehen in den Startblöcken und sind bereit, einseitig Maßnahmen zu ergreifen, wenn keine multilaterale Lösung erzielt wird". Als Beispiele nannte er Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und andere Länder. Die Vereinigten Staaten haben diese Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bereits damit gedroht, Einfuhrzölle auf europäische Autos zu verhängen, falls Frankreich eine Digitalsteuer erheben sollte.

Die OECD ist federführend bei der größten Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung seit rund einem Jahrhundert, um die insgesamt 138 Staaten seit Langem ringen. Bis Jahresende soll der Verhandlungsmarathon abgeschlossen werden. Saint-Amans plädiert dafür, im Rahmen der Reform einen global verbindlichen Mindeststeuersatz auf Unternehmensgewinne von 12,5 Prozent zu etablieren: "Ich denke, 12,5 Prozent könnte ein sinnvoller Steuersatz sein, auf den man sich einigen könnte", sagte er der FAS.

Quelle: ntv.de, mbo