Wirtschaft

Verzögerung wegen AfD Ökonomen bangen um Fortschritt im Osten

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In Brandenburg kam die AfD bei der Europawahl auf 19,9 Prozent, vor der CDU mit 18 Prozent.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor allem im Osten Deutschlands schneidet die AfD bei der Europawahl gut ab. Ökonomen bereitet das Sorgen: Unmittelbare wirtschaftliche Konsequenzen seien zwar nicht zu befürchten. Allerdings sei der Ost-Aufholprozess in Gefahr.

Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, hat die Ergebnisse für die AfD bei der Europawahl in einigen Regionen als beängstigend bezeichnet. Zwar befürchte er keine unmittelbaren wirtschaftlichen Konsequenzen, aber eine Verzögerung des Angleichungsprozesses zwischen Ost und West.

"Auf Dauer kann die mangelnde Weltoffenheit den ohnehin schleppenden Aufholprozess der neuen Länder weiter verzögern", sagte er dem "Handelsblatt". Innerhalb dieser Länder könne sich etwa "die Kluft zwischen einigen blühenden Metropolen wie Berlin, Leipzig und Erfurt einerseits sowie den eher abgelegenen Regionen noch weiter vertiefen."

Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, geht nicht davon aus, dass Wahlerfolge der AfD Auswirkungen auf die Wirtschaft haben: "Ich bezweifle, dass die AfD in irgendeinem Bundesland Regierungsverantwortung übernehmen könnte", sagte er dem "Handelsblatt". Trotzdem sei es wichtig, dass die etablierten Parteien überzeugende Konzepte präsentierten, wie in Ostdeutschland mehr wirtschaftliche und soziale Chancen entstehen könnten und der Aufholprozess fortgesetzt werden könne.

Die Alternative für Deutschland hatte bei der Europawahl vor allem im Osten Deutschlands gut abgeschnitten. In Sachsen und Brandenburg wurde sie stärkste Kraft. In den beiden Ländern sowie Thüringen wird dieses Jahr zudem der Landtag neu gewählt.

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Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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