Wirtschaft

Keine Entwarnung für Stromkunden Ökostromumlage sinkt 2019 leicht

Die Umlage zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geht im kommenden Jahr leicht runter. Das teilen die Netzbetreiber mit. Die Umlage sinkt automatisch, wenn der Strompreis an der Börse wie zuletzt steigt. Trotzdem hat die Sache aber einen Haken.

Die Stromkunden müssen im kommenden Jahr weniger für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zahlen. Die Ökostromumlage zur Förderung von Windrädern, Solarfeldern und Biomasseanlagen sinkt von aktuell 6,8 Cent auf 6,4 Cent je Kilowattstunde. Das gaben die Übertragungsnetzbetreiber bekannt. Die Ökostrom- oder EEG-Umlage sinkt automatisch, wenn der Strompreis an der Börse wie zuletzt steigt. Ihre Höhe wird jährlich neu festgelegt.

Dennoch müssen Stromkunden mit leicht steigenden Strompreisen rechnen, da andere Bestandteile der Stromrechnung zulegen. "Es ist zwar erfreulich, dass die EEG-Umlage zum zweiten Mal in Folge für private Verbraucherinnen und Verbraucher sinkt", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller. "Das macht sich für sie aber kaum im Geldbeutel bemerkbar, da die Börsenstrompreise parallel angestiegen sind."

Insgesamt haben Haushalte und Unternehmen mit Ausnahme der Industrie vergangenes Jahr 24 Milliarden Euro für die Energiewende gezahlt. Die Entlastung durch die sinkende Umlage wird aber durch die steigenden Netzgebühren teilweise aufgezehrt. Über sie wird der für die Energiewende nötige Ausbau der Stromleitungen bezahlt. Beide Umlagen machen in Deutschland je ein Viertel des Strompreises aus. Großverbraucher aus der Industrie sind davon ebenfalls teilweise befreit.

Offshore-Netzumlage steigt

Es bleibe dabei, dass Privathaushalte einen Großteil der Kosten schulterten, bemängelte Müller. Er forderte, die Stromsteuer solle "nahezu" abgeschafft, Privilegien der Industrie sollten reduziert und die Umlage müsste teils aus Steuern bezahlt werden. Auch der Geschäftsführer Energie beim Verbraucherportal Check24, Oliver Bohr, forderte eine spürbare Entlastung bei staatlichen Bestandteilen oder Netznutzungsentgelten. Ansonsten gebe es für die Privathaushalte im kommenden Jahr wenig Hoffnung auf niedrigere Strompreise.

Die Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW veröffentlichten zugleich die Offshore-Netzumlage, die die bisherige Offshore-Haftungsumlage ersetzen soll. Sie enthält zusätzlich die Kosten für den Ausbau des Offshore-Netzes in der Nord- und Ostsee, wie die Betreiber erklärten. Sie beträgt im kommenden Jahr 0,416 Cent pro Kilowattstunde, zuvor waren es 0,037 Cent.

Verbraucherschützer kritisierten schon im Vorfeld die erwartete "unfaire Verteilung der Stromkosten". Die Offshore-Netzumlage gehe vor allem zu Lasten der Verbraucher, "während die Industrie entlastet wird", monierte der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ/dpa