Wirtschaft

Zwei Millionen Nutzer betroffen Onlyfans verbietet pornografische Inhalte

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Immer mehr Netzbekanntheiten nutzen Onlyfans, um zahlenden Abonnenten dort exklusive Inhalte zur Verfügung zu stellen - beispielsweise Nacktaufnahmen, wie sie auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok nicht erlaubt sind.

(Foto: picture alliance / STRF/STAR MAX/IPx)

Models, Influencer oder Pornostars vermarkten sich auf der Plattform Onlyfans selbst. Meist sind die Bilder und Videos explizit. Fans freut das, sie bezahlen gerne für heiße Aufnahmen. Nun soll damit aber Schluss sein. Das Unternehmen schiebt pornografischem Content den Riegel vor.

Die Plattform Onlyfans ist vor allem für Sex-Clips bekannt. Pornodarsteller, aber auch viele andere Stars laden dort Videos und Fotos auf ihren Konten hoch, die von den 130 Millionen Fans gegen Geld abonniert werden können. Doch mit den Nacktfotos und -videos soll nun Schluss sein. Das Unternehmen, dessen Hauptsitz in London ist, will einen neuen Weg. In einer Erklärung teilte das Onlyfans mit: "Sexuell explizites Verhalten" sei in Zukunft untersagt. Die neuen Richtlinien sollen ab 1. Oktober durchgesetzt werden.

"Um die langfristige Nachhaltigkeit der Plattform zu gewährleisten und weiterhin eine integrative Community von Creatorn und Fans zu beherbergen, müssen wir unsere Inhaltsrichtlinien weiterentwickeln", heißt es zur Begründung. Onlyfans-Chef Tim Stokely erklärte: "Mit diesen Änderungen kommen wir den Wünschen unserer Bankpartner und Zahlungsabwickler nach." Ob die Jugendschutz-Bedenken der Dienstleister tatsächlich der einzige Grund für die Entscheidung ist, ist unklar. Das Interesse von Investoren an Onlyfans war aber zuletzt zurückgegangen.

Die neuen Richtlinien könnten bei unzähligen Nutzer finanzielle Auswirkungen haben: Eine überwiegende Mehrheit der User verdient mit freizügigen Fotos auf der Plattform ihr Geld. Für Pornodarsteller war das Modell besonders attraktiv. Sie konnten sich unabhängig von großen Erotik-Studios vermarkten und 80 Prozent der Einnahmen für sich behalten.

Aaron Carter lässt die Hüllen fallen

Vollkommen prüde soll Onlyfans aber dann doch nicht werden. Das Unternehmen erklärte, dass Nutzer, die ihre Inhalte gegen Bezahlung anbieten, weiterhin Nacktfotos veröffentlichen dürfen, wenn diese den neuen Richtlinien entsprechen. Die genauen Einschränkungen sind derzeit allerdings noch nicht bekannt.

Nach Angaben des Unternehmens könnten wohl um die zwei Millionen Creators von den verschärften Regeln betroffen sein. Allerdings weiß Onlyfans laut eigenen Angaben nicht genau, wie hoch der Anteil der Nutzer ist, die ausschließlich mit expliziten Inhalten auf der Plattform Geld verdienen. Auch bei Promis ist die Seite beliebt: Aaron Carter, der Bruder von "Backstreet Boys"-Star Nick Carter machte sich dort nackig. Reality-TV-Sternchen Georgina Fleur verdient sich ebenfalls mit Ausziehen auf der Plattform Geld dazu. Und auch Sängerin Cardi B und Modell Lottie Moss laden auf Onlyfans Videos hoch - jedoch keine Pornos.

Die Webseite wurde 2016 gegründet - erlebte aber vor allem während der Pandemie einen Zuwachs an Nutzern.

Quelle: ntv.de, hny

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