Wirtschaft

Fokus auf RusslandOpel ist frei, zu wachsen

13.04.2013, 10:26 Uhr
Neumann-Opel
Opel-Chef Thomas Neumann: "Opel hat die Freiheit, alles zu tun, was für Opel gut und wirtschaftlich sinnvoll ist." (Foto: picture alliance / dpa)

Der deutsche Autobauer Opel will endlich sein Heil auf den Wachstumsmärkten im Ausland suchen. Aber nicht in China, wo sich bereits die Konkurrenz tummelt, sondern auf dem russischen Markt. Die US-Mutter GM stehe diesen Wachstumsbestrebungen nicht im Weg, betont Opel-Chef Neumann. Opel habe die Freiheit, alles zu tun.

Wie kein anderer deutscher Auto-Hersteller hat Opel die Expansion ins Ausland verschlafen, will dies nun aber ändern. Vor allem in Russland erhofft sich der seit Jahren schwächelnde Konzern die nötigen Impulse. "Für Opel ist Russland von großer Bedeutung. Denn schon in wenigen Jahren könnte der russische Markt größer werden als der deutsche", sagte der Chef der US-Mutter General Motors, Dan Akerson der "Bild am Sonntag".

Opel-Chef Karl Thomas Neumann wies gegenüber dem Blatt auf das hohe Ansehen von Opel in Russland hin: "Wir genießen hier als ur-deutsche Marke fast ein Premium-Image." Im vergangenen Jahr habe Opel rund 80.000 Fahrzeuge in Russland verkauft. "Wir sind fast doppelt so schnell gewachsen wie der Markt", sagte er. Auch in der Türkei laufe es gut.

Ebenfalls viel Potenzial für Opel biete der türkische Markt, wo Opel zuletzt rund 50.000 Autos pro Jahr verkauft habe, sagte Neumann. Neumann widersprach der weit verbreiteten Ansicht, Opel werde von der Muttergesellschaft GM an der Expansion auf wichtige Zukunftsmärkte gehindert: "Opel hat die Freiheit, alles zu tun, was für Opel gut und wirtschaftlich sinnvoll ist."

China-Zug ist abgefahren

Die Fahrzeuge von Opel genießen im Gegensatz zu VW oder BMW keinen besonders guten Ruf. Während andere Hersteller etwa vom rasanten Wachstum in China profitiert haben, spielt Opel dort nur eine Statistenrolle.

Um im Reich der Mitte größer zu werden, müssten Hunderte Millionen Euro investiert werden, so Neumann. Deshalb gebe es andere Prioritäten: "Vergangenes Jahr sind wir in Australien, Chile und Singapur gestartet. Dieses Jahr haben wir in den Vereinigten Arabischen Emiraten weitergemacht."

GM hatte in dieser Woche angekündigt, vier Milliarden Euro in sein kränkelndes Europageschäft zu investieren. Der Großteil soll in neue Modelle gesteckt werden. GM wollte Opel im Jahr 2009 eigentlich verkaufen, entschied sich dann aber um und saniert die Tochter unter eigener Regie.

Dazu verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. In Bochum soll die Autoherstellung dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/AFP