Wirtschaft

Zafira-Entwicklung geht nach Frankreich Opel schrumpft weiter

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Nach dem Asta, könnte jetzt auch die Produktion des Opel Zafira ins Ausland verlegt werden. Betriebsrat und Belegschaft sind entrüstet.

Nachdem bekannt wurde, dass Opel die Produktion des Astra nach England und Polen verlegen will, gibt es nun den nächsten Paukenschlag für die Belegschaft. Auch die Entwicklung des Familienvans Zafira soll jetzt ins Ausland gehen. Der neue GM-Partner PSA Peugeot Citroën wird sie in Zukunft übernehmen.

General Motors (GM)
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Die Sanierung von Opel könnte das Stammwerk Rüsselsheim Medienberichten zufolge weitaus härter treffen als angenommen. Neben der Produktion des viel verkauften Modells Astra könne die Entwicklung des Familienwagens Zafira von Rüsselsheim ins Ausland verlagert werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Einem weiteren Bericht zufolge wurde die Zafira-Entwicklung in Rüsselsheim bereits gestoppt.

Möglich wäre, dass der französische Hersteller PSA Peugeot Citroën übernimmt, der mit der Opel-Mutter General Motors kooperiert, berichtete die "FAZ" unter Berufung auf ein Schreiben von Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug, der die Belegschaft von Opel zu einer Betriebsversammlung am Montag in Rüsselsheim aufrief. Nach Medieninformationen sollen in Rüsselsheim mehrere hundert Arbeitsplätze zur Disposition stehen.

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Der Zafira gehört zu den Erfolgsmodellen von Opel.

Unterdessen hat Opel Medienberichte zurückgewiesen, wonach am Stammwerk Rüsselsheim Hunderte von Arbeitsplätzen in der Forschung und Entwicklung gefährdet sind. "Wie auch immer die konkrete Aufteilung der gemeinsamen Projekte aussehen wird, im technischen Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim gehen deshalb keine Stellen verloren", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke in einer Mitteilung. "Die Allianz ist ganz explizit auf Ausgewogenheit ausgelegt."

Zafira-Entwicklung bereits gestoppt

"Der Betriebsrat und die Beschäftigten haben bisher keine offene und umfassende Information des Vorstandes über die Zukunft des Unternehmens und des Standortes Rüsselsheim erhalten", zitierte die "FAZ" aus dem Schreiben des Betriebsratschefs. "Geltende Verträge werden verletzt, Gesetze und Vorschriften missachtet." Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zufolge wurde die Entwicklung der neuen Zafira-Generation in Rüsselsheim bereits gestoppt.

Opel-Sprecher Stefan Weinmann wollte die Berichte nicht bestätigten. Zwar hätten General Motors (GM) und PSA Peugeot Citroën zum Beginn der Zusammenarbeit im Februar verkündet, in verschiedenen Bereichen in Europa zusammenarbeiten zu wollen. "Es ist jedoch noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie eine Zusammenarbeit aussehen kann", sagte Weinmann. Es werde aber "aufgrund der Allianz keine einziger Arbeitsplatz hier im Entwicklungszentrum verloren gehen".

Bochum vor dem Aus?

Seit Wochen wird wieder um die Zukunft von Opel und seiner Werke spekuliert. Zu Wochenbeginn waren Gerüchte aufgetaucht, die Produktion des viel verkauften Modells Astra könne vom Stammwerk Rüsselsheim abgezogen und ins Ausland verlagert werden. Die IG Metall befürchtete, dass zum Ausgleich die Produktion des Zafira vom Werk Bochum nach Rüsselsheim verlagert werden könnte. Dies könnte nach Angaben der Gewerkschaft das Aus für das Ruhrgebietswerk bedeuten.

GM und PSA hatten Ende Februar eine weltweite Allianz angekündigt. Zugleich hatte GM mitgeteilt, mit sieben Prozent bei dem französischen Autobauer einzusteigen. Geplant waren zunächst vor allem der gemeinsame Einkauf von Material und Dienstleistungen und die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugplattformen. Zudem wollen die beiden Autohersteller auch gemeinsame Modelle entwickeln.

Quelle: ntv.de, hpr/AFP/DJ