Wirtschaft

Sorge vor hoher Arbeitsbelastung Porsche-Vorstand prüft Freizeit-E-Mail-Sperre

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Eine Mailsperre für die Freizeit könnte nicht nur bei Porsche, sondern der ganzen Industrie helfen, Burnouts vorzubeugen.

(Foto: picture alliance / Silas Stein/d)

Betriebsratschef Hück fordert die Löschung dienstlicher E-Mails während der Freizeit. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wirft ihm daraufhin bereits Populismus vor - und auch die Chefetage bei Porsche findet den Vorschlag "diskussionswürdig".

Die Chefetage des Autobauers Porsche hat die Forderung nach einer E-Mail-Sperre nach Feierabend eher zurückhaltend aufgenommen. Der Vorschlag von Betriebsratschef Uwe Hück sei "diskussionswürdig", sagte ein Sprecher des Vorstands. Man werde sich zusammensetzen und darüber sprechen. "Wir werden gemeinsam im Gespräch die Vor- und Nachteile prüfen."

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Aus Sorge vor zu hoher Arbeitsbelastung in der Belegschaft hatte sich Hück kürzlich dafür ausgesprochen, dienstliche Mails nach Feierabend, am Wochenende und im Urlaub löschen zu lassen. "Abends noch Mails vom Chef lesen und beantworten, ist unbezahlte Arbeitszeit, die den Stress erhöht - das geht gar nicht." Hücks Vorschlag war auch auf Kritik gestoßen, der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hielt ihn für "Populismus".

In der Metall- und Elektroindustrie beispielsweise erklärten nach einer Emnid-Umfrage nur zwei Prozent aller Arbeitnehmer, dass der Arbeitgeber eine Erreichbarkeit außerhalb normaler Arbeitszeiten erwarte. Derlei Kritik empörte Porsche-Mann Hück. Gesamtmetall sei "zurückgeblieben und herzlos" und verkenne die hohe Arbeitsbelastung in der Branche.

Eine Mailsperre für die Freizeit könnte nicht nur bei Porsche, sondern der ganzen Industrie helfen, Burnouts vorzubeugen - das wäre auch angesichts des Fachkräftemangels wichtig. Mit einer Freizeit-E-Mail-Sperre kämen die Firmen ihrer Fürsorgepflicht nach, so Hück. "Das wäre im Interesse aller Beschäftigten." Entsprechende Schutzbestimmungen könnten helfen, die "seelenlose Digitalisierung" doch noch im Sinne der Beschäftigten einzusetzen.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa