Wirtschaft

Amt in Geschäft verwandeltPräsidentschaft macht Trump 2,7 Milliarden Dollar reicher

19.01.2026, 18:34 Uhr
imageVon Max Borowski
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Auch als Präsident verdient Donald Trump mit Produkten aller Art, die seinen Namen tragen, Millionen von Dollar. Im Vergleich zu seinen umstrittenen Kryptogeschäften sind das allerdings Peanuts. (Foto: via REUTERS)

Laut seiner Sprecherin war Donald Trump ein unglaublich erfolgreicher Geschäftsmann, der "alles aufgab", um seinem Land als Präsident zu dienen. Ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit ist Trump trotzdem 2,7 Milliarden Dollar reicher. Nicht nur seine Kryptogeschäfte wecken den Verdacht von Interessenkonflikten und Korruption.

Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit ist das Vermögen US-Präsident Donald Trump um rund 2,7 Milliarden Dollar gewachsen. Das geht aus Schätzungen des Wirtschaftsmagazins "Forbes" hervor. Demnach beträgt der Wert von Trumps Vermögen aktuell am Vorabend des Jahrestages seiner Amtsübernahme am 20. Januar 6,6 Milliarden Dollar. Ende 2024 waren es "Forbes" zufolge noch 3,9 Milliarden. Ein Jahr zuvor, bevor Trump in den Wahlkampf eintrat, waren es "nur" 2,6 Milliarden Dollar.

Trumps Reichtum hat sich damit vor und während seiner Präsidentschaft nicht nur vervielfacht, auch die Zusammensetzung seines Vermögens und seiner Einkünfte hat sich grundlegend geändert. Neben seinem Immobilienbesitz, seinen Golfplätzen und Ressorts sowie dem Lizenzgeschäft mit seinem Namen etwa für Steaks, Parfums, Bibeln und Sneakers machen inzwischen Geschäfte mit Kryptowährungen sowie die börsennotierte Trump Media and Technology Group (TMTG) einen Großteil seines Vermögens aus. Die TMTG ist die Muttergesellschaft von Trumps sozialem Netzwerk Truth Social.

Unter anderem aufgrund der Schwankungen im Kurs seiner Kryptowährungen ist Trumps Reichtum in den vergangenen Monaten wieder leicht zurückgegangen. Im vergangenen September hatte "Forbes" Trumps Vermögen noch auf mehr als sieben Milliarden Dollar geschätzt. Trump hatte unter anderem kurz vor seiner Amtseinführung eine eigene Kryptomünze namens $Trump, einen sogenannten Memecoin, herausgegeben, an dessen Verkauf er mehrere Hundert Millionen Dollar verdient haben dürfte. Zudem ist er gemeinsam mit seinen Söhnen an der Kryptoplattform World Liberty Financial und deren Kryptowährung beteiligt.

Der Verdacht von Interessenkonflikten und Korruption begleitet Trump seit seinem Amtsantritt. Anders als alle Amtsvorgänger in den vergangenen Jahrzehnten hat Trump sein Vermögen nicht einem "Blind Trust", einem unabhängigen Treuhänder ohne Einsichtsmöglichkeiten für den Besitzer, überlassen. Stattdessen lässt Trump seine Unternehmen großteils von seinen Söhnen verwalten. Unter anderem in Qatar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Trumps Immobiliengruppe, die Trump Organisation, Deals mit staatlichen oder regierungsnahen Investoren abgeschlossen, während diese Länder - erfolgreich - mit der US-Regierung über Rüstungs- oder Handelsabkommen verhandelten.

Am direktesten sind die Korruptionsvorwürfe rund um Trumps Kryptogeschäfte. So investierte der Milliardär und mutmaßliche Kryptobetrüger Justin Sun nach Trumps Wahl mindestens 75 Millionen Dollar in World Liberty Financial. Kurz darauf, nach Trumps Amtseinführung, stellten die US-Behörden die Ermittlungen gegen Sun ein.

Das Weiße Haus sieht in alledem allerdings nicht einmal einen Anschein von Interessenkonflikten. Allein der Gedanke sei "absurd", stellte die Präsidentensprecherin Karoline Leavitt schon vor Monaten klar. "Die amerikanische Öffentlichkeit" und schlicht "jeder" halte den Verdacht für abwegig, Trump könnte von seiner Präsidentschaft finanziell profitieren. Anders als es die Zahlen zur Entwicklung seines Vermögens es nahelegen, behauptete Leavitt, Trump habe als "unglaublich erfolgreicher" Geschäftsmann "alles aufgeben", um seinem Land als Präsident zu dienen.

Kritiker sehen das anders. Trump habe sein Amt in ein gewinnbringendes Geschäft verwandelt, schrieb der prominente US-Wirtschaftsjournalist Ali Velshi kürzlich und wies darauf hin, dass "Forbes" in seiner Milliardärsstatistik als Quelle für Trumps Reichtum noch immer "Immobilien" angebe. Ehrlicherweise sollte dort inzwischen "Präsidentschaft" stehen.

Quelle: ntv.de

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