Wirtschaft

Billig, aggressiv und nicht online Primark will US-Jugend ans Geld

T-Shirts für 5 Euro, Tops für 1,50 Euro, Jeans für unter 10 Euro: Primark mag es billig - und die Kunden wohl auch. Immer mehr Menschen kaufen bei Primark ein, der Umsatz wächst. Nun planen die Iren den Sprung über den großen Teich.

Die Billig-Modekette Primark setzt ihren aggressiven Expansionskurs fort und will demnächst in den US-Markt einsteigen. Das Unternehmen aus Irland, das zum britischen Nahrungsmittel- und Einzelhandelskonzern Associated British Foods gehört, will seine erste Filiale in den USA Ende 2015 eröffnen. Als Standort habe Primark die Stadt Boston im Nordosten der USA ausgewählt.

Associated British Foods
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Die Pläne für den großen Modemarkt in den USA gehen aber bereits jetzt deutlich weiter. Die irische Modekette führe derzeit Gespräche, um weitere Filialen im Nordosten der USA im Jahr 2016 zu eröffnen. Primark tritt damit in die Fußstapfen der wesentlich größeren Rivalen Hennes & Mauritz und Inditex mit der Modekette Zara, die bereits auf dem US-Markt vertreten sind.

Online? Nein danke!

Allerdings unterscheiden sich die Strategien der Unternehmen erheblich. Während sowohl Zara als auch H&M in reiferen Märkte auch mit ihrem Online-Geschäft Marktanteile erobern wollen, setzt Primark auf eine andere Strategie. Die Iren lehnen den Verkauf der Billigmode über das Internet ab. Stattdessen vertrauen sie auf das bisher erfolgreiche Konzept, bei dem die Mode nur in den Discount-Läden zu haben ist.

Beobachter sind überrascht von der Ankündigung, in den USA schon demnächst an den Start zu gehen. "Das ist eher, als wir erwartet haben", heißt es von Analysten bei Panmure Gordon. Solange die Expansionsstrategie richtig umgesetzt werde, steige auch das Wachstumspotenzial deutlich, meinen die Experten.

Hart umkämpfter Markt

Der Blick zurück auf die vergangenen sechs Monate überzeugt dabei. Der Mutterkonzern AB Foods steigerte das Ergebnis vor Steuern per Anfang März auf 434 Millionen nach 411 Millionen Britische Pfund im Vorjahr. Der Umsatz sank dagegen etwas auf 6,21 Milliarden von 6,33 Milliarden Pfund. Der Konzern betonte, dass sich Primark sehr stark entwickelt habe.

Der Markt für Billigmode ist hart umkämpft. Nicht nur neue Anbieter versuchen, den etablierten Unternehmen das Wasser abzugraben. Erschwerend kommt hinzu, dass Modezyklen kürzer, die Kunden wählerischer und sprunghafter sind. In Deutschland ist Primark seit einiger Zeit auf dem Markt und will das Filialnetz ausbauen, ebenso in Europa.

Nach der Ankündigung der US-Pläne legte die ABF-Aktie an der Londoner Börse deutlich zu. Der Mischkonzern handelt neben Mode unter anderem mit Zucker.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/AFP

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