Wirtschaft

Strauß verliert seinen Job Privatkundenchef verlässt Deutsche Bank

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Die Deutsche Bank versucht den Befreiungsschlag.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Vor allem im kriselnden Investmentbanking setzt die Deutsche Bank den Rotstift an. Mehrere Top-Manager müssen gehen, darunter nach Informationen von n-tv auch Privatkunden-Vorstand Strauß. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Die Deutsche Bank berät heute über einen massiven Stellenabbau, einen Kahlschlag im Investmentbanking - und eine Verkleinerung der Führungsspitze. Wie n-tv aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, fällt auch Privatkundenchef Frank Strauß dem Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank zum Opfer. Sein Nachfolger soll nach Informationen von n-tv der ehemalige Deutschland-Chef der Allianz, Manfred Knof, werden.

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Der 49-jährige Strauß ist der zweite Vorstand, der die Deutsche Bank verlässt. Am Freitag hatte das Unternehmen angekündigt, dass Investmentbankchef Garth Ritchie zum 31. Juli gehen muss. Insidern zufolge wird der Aufsichtsrat unter anderem die Zerschlagung der Sparte in ihrer bisherigen Form sowie den Abbau von weltweit bis zu 20.000 Stellen beschließen - ein Fünftel der Belegschaft von rund 91.500.

Die Deutsche Bank zieht damit die Konsequenzen aus der jahrelangen Krise und der Talfahrt des Aktienkurses. Die Kosten der Bank sind hoch und die Ergebnisse niedrig. Im Investmentbanking sind ihr die Konkurrenten von der Wall Street längst enteilt, die einstige Vorzeigesparte schreibt seit zwei Quartalen rote Zahlen. Das US-Geschäft dürfte Deutschlands größtes Geldhaus kräftig eindampfen.

Noch ein Abgang

Der "Financial Times" zufolge wird auch Sylvie Matherat gehen. Sie ist seit November 2015 für Regulierungsthemen zuständig. Kratzer bekam das Image der ehemaligen Bankenaufseherin, weil die Finanzaufsicht Bafin der Deutschen Bank einen Sonderaufpasser in Sachen Geldwäsche-Prävention verpasste.

Ritchie stand nicht nur wegen des Abstiegs des Finanzkonzerns im Investmentbanking in der Kritik. Auch geriet er im Zusammenhang mit umstrittenen Cum-Ex-Steuertransaktionen ins Visier der Kölner Staatsanwaltschaft, die Anfang Juni ihre Ermittlungen auf Ritchie und zahlreiche weitere Mitarbeiter und Manager der Bank ausweitete. Viele Aktionäre störten sich auch an seiner hohen Vergütung von 8,6 Millionen Euro, inklusive einer drei Millionen Euro schweren "Brexit-Zulage". Damit war er der bestbezahlte Vorstand. Unklar blieb zunächst, wie viele Millionen es die Bank kostet, sich "in gegenseitigem Einvernehmen" von dem Manager zu trennen, der seit 1996 bei der Deutschen Bank arbeitet. Ritchies Vertrag war erst im September um vier Jahre verlängert worden.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa

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