Wirtschaft

Massives Sparen ist angesagt RBS bleibt im tiefroten Bereich

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Der britische Staat wird noch längere Zeit an der RBS beteiligt sein.

dpa

Seit 2008 schreibt die Royal Bank of Scotland (RBS) zum Teil horrende Verluste. Ein Ende der Beteiligung des britischen Staates am maroden Geldinstitut ist nicht in Sicht. Trotz der schlechten Zahlen sollen die Top-Banker Boni erhalten.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) will nach einem neuerlichen Milliarden-Verlust die Kosten massiv senken und sich wesentlich stärker auf Großbritannien konzentrieren. Operativ habe das Minus 2013 bei 8,2 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 10 Milliarden Euro) gelegen, teilte das von der britischen Regierung kontrollierte Geldhaus mit.

Royal Bank of Scotland
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Verantwortlich dafür waren unter anderem Sonderlasten für den seit Jahren laufenden Umbau des Instituts. Die Kosten sollen nun in den nächsten vier Jahren um 5 Milliarden Pfund gedrückt werden. Die Bank sei zu bürokratisch, sagte der neue Firmenchef Ross McEwan.

Die RBS wurde in der Finanzkrise mit Steuergeldern von umgerechnet 55 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt. Seitdem kontrolliert die Regierung in London 81 Prozent der Anteile. Das Geldhaus hat bislang in jedem Jahr seit der Rettung 2008 rote Zahlen geschrieben.

Investmentbanking wird gestutzt

Trotz der erneut schwachen Zahlen will die RBS für 2013 an ihre Top-Banker Boni in Höhe von zusammen 576 Millionen Pfund ausschütten. Das sind 15 Prozent weniger als im Jahr zuvor. McEwan sagte, es müsse eine "faire" Bezahlung der Investmentbanker geben. Politiker hatten die Sondervergütungen schon im Vorfeld der Bilanzveröffentlichung scharf kritisiert. Denn anders als etwa bei der ebenfalls staatlich gestützten Lloyds-Bank sind die Fortschritte bei der RBS bescheiden. Während die Regierung bei Lloyds vermutlich dieses Jahr wieder aussteigen kann, ist dies bei der RBS Insidern zufolge noch auf Jahre nicht geplant.

Das Geldinstitut will sich von seinem restlichen Anteil an dem Direktversicherer Direct Line trennen. Die verbliebenen 28,2 Prozent an der Direct Line Insurance Group sollen im Wege eines beschleunigten Bookbuildings bei institutionellen Anlegern unterbringen. Gegenwärtig sind die 423,2 Millionen Direct-Line-Aktien, die die RBS auf den Markt werfen will, 1,14 Milliarden Britische Pfund wert.

Die RBS soll sich künftig stärker auf Privat- und Firmenkunden im Heimatmarkt konzentrieren. Gestutzt wird stattdessen das riskantere Investmentbanking sowie zahlreiche Aktivitäten im Ausland.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/DJ

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