Wirtschaft

Chronik Rekordlaune des Dax verdorben

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Schnell kann's gehen...

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Finanzkrise hat die Aktienmärkte in den vergangen zwei Jahren kräftig durcheinandergewirbelt. Ähnlich wie im Jahr 2000 beim Platzen der New-Economy-Blase hatte der Dax gerade noch einen Rekord aufgestellt, als auch schon die Talfahrt einsetzte. Erste Warnungen vor einem Crash machten ebenso die Runde wie Gerüchte über Probleme bei zwei von Bear Stearns verwalteten Hedgefonds. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse aus Börsensicht:

13. Juli 2007: Der Dax steigt auf ein Allzeithoch von 8151 Punkten und steht damit 15 Zähler höher als sieben Jahre zuvor.

30. Juli 2007: Die Mittelstandsbank IKB muss von der KfW gerettet werden: Der Dax notiert bei 7456 Punkte.

6. August 2007: Der US-Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage ist pleite und beantragt Gläubigerschutz.

9. August 2007: Die Vertrauenskrise erreicht den Geldmarkt, die EZB setzt erstmals die Geldspritze an.

17. August 2007: Die Fed senkt auf einer Krisensitzung den Diskontsatz und läutet damit ihre Nullzinspolitik ein.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

13. September 2007: Der Baufinanzierer Northern Rock muss die Bank of England um einen Notfallkredit bitten. Vor den Filialen der Bank bilden sich langen Schlangen, die Erinnerungen an die Bankenkrisen des frühen 20. Jahrhunderts wecken.

15. Januar 2008: Hypo Real Estate (HRE) schockiert die Börse mit hohen Abschreibungen. Die Citigroup - seinerzeit größte US-Bank - kündigt Abschreibungen von 18 Milliarden Dollar an. HRE-Aktien stürzen um 35 Prozent ab.

21. Januar 2008: Rezessionsängste drücken den Dax um sieben Prozent auf 6790 Punkte.

24. Januar 2008: Riskante Transaktionen eines Händlers kosten die Societe Generale 4,9 Milliarden Euro.

16. März 2008: Die fünftgrößte US-Investmentbank Bear Stearns ist pleite und wird an JP Morgan notverkauft. Der Dax fällt auf 6182 Punkte.

Der schwarze Herbst 2008

8. September 2008: Die US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac werden verstaatlicht.

15. September 2008: Lehman Brothers ist pleite. Der ebenfalls angeschlagene Konkurrent Merrill Lynch wird der Bank of America zugeschlagen. Der Finanzbedarf des taumelnden Versicherungsgiganten AIG wird deutlich. Der Dax fällt auf 6064 Punkte.

22. September 2008: Goldman Sachs und Morgan Stanley nehmen Abschied von ihrem Geschäftsmodell als Investmentbanken, um Zugriff auf staatliche Gelder zu bekommen. Im Juni 2009 erlaubt die Fed ihnen die Rückzahlung der Gelder.

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Das sitzt: 22 Prozent Minus im Dax binnen einer Woche - das gab's noch nie.

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06. Oktober 2008: Binnen einer Woche muss ein zweites Rettungspaket für die Hypo Real Estate geschnürt werden: Der Dax verliert 7,1 Prozent auf 5387 Zähler.

08. bis 10. Oktober 2008: Rezessionsängste rufen die Notenbanken auf dem Plan, die mit einer konzertierten Zinssenkungsrunde die Kurse nur leicht stützen können. Am Ende der Woche steht der Dax bei 4544 Punkten. Der Wochenverlust von 22 Prozent ist der größte in der 20-jährigen Dax-Geschichte.

13. Oktober 2008: Die Ankündigung eines umfangreichen Rettungspaketes für die Finanzbranche hält den Sturz auf. Der Dax schießt um 11,4 Prozent in die Höhe auf 5062 Punkten und weist damit den größten Tagesgewinn seiner Geschichte aus.

29. Oktober 2008: Die Hypo Real Estate zapft den Rettungsfonds des Bundes an. Am Ende steht die Verstaatlichung: im Frühsommer 2009 hält der Bund 90 Prozent an der HRE.

3. November 2008: Die Commerzbank, die im Sommer die Dresdner Bank von der Allianz übernahm, greift bei den Staatsgeldern ebenfalls zu. Ende Juni 2009 hält der Bund 25 Prozent und eine Aktie an dem Frankfurter Bankhaus.

9. März 2009: Der Dax rutscht auf ein 5-1/2-Jahrestief von 3588 Punkte. Die Anleger fürchten schwache Quartalsergebnisse.

18. März 2009: Die Fed wirft die Notenpresse an.

14. April 2009: Goldman Sachs überrascht die Börse mit einem doppelt so hohen Quartalsgewinn wie erwartet. Der Dax steht wieder bei 4557 Punkten.

1. Juni 2009: GM beantragt Gläubigerschutz. Der Dax notiert mit 5142 Punkten nahe seinem Jahreshoch.

9. Juni 2009: Der KarstadQuelle-Mutterkonzern Arcandor ist pleite. Während die im MDax notierten Aktien um 48 Prozent auf 55 Cent abstürzen, notiert der Dax bei knapp 5000 Punkten.

Quelle: ntv.de, rts

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