Wirtschaft

Lieferung fünf Monate späterRheinmetall weist Vorwürfe zu "Skyranger 30"-Verzögerung zurück

21.04.2026, 18:59 Uhr
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Die Bundeswehr wartet auf das Abwehrsystem "Skyranger 30" von Rheinmetall. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Die Lieferung des Flugabwehrsystems "Skyranger 30" verzögert sich - wie lange, darüber herrscht offenbar Unklarheit. Statt der berichteten 16 Monate verzögere sich die Lieferung nur um fünf, sagt Rheinmetall-Chef Papperger RTL/ntv. Eine Vertragsstrafe fürchtet er nicht.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat Berichte über erhebliche Verzögerungen beim Flugabwehrprojekt "Skyranger 30" für die Bundeswehr zurückgewiesen. In einem Interview im "RTL Nachtjournal Spezial" widersprach er Darstellungen, wonach der Rüstungskonzern für eine deutliche Verspätung bei der Auslieferung verantwortlich sei.

"Wir haben einen Vertrag, und in diesem Vertrag sollen die ersten [Systeme] 2027 geliefert werden", sagte Papperger. Entgegen anderslautender Berichte halte Rheinmetall diesen Zeitplan grundsätzlich ein. "Das sind viele Informationen, die einfach auch nicht richtig sind."

Zuletzt hatte der "Stern" unter Berufung auf Bundeswehr- und Parlamentskreise berichtet, dass das Verteidigungsministerium Verzögerungen von mindestens 16 Monate erwarte und Rheinmetall dafür verantwortlich mache. Papperger bekräftigte hingegen frühere Angaben seines Unternehmens, wonach sich die Auslieferung voraussichtlich nur um rund fünf Monate verschieben werde. "Ich sage, dass fünf Monate richtig sind", so der Vorstandschef.

"Wir könnten jetzt liefern, aber ..."

Zugleich verwies Papperger darauf, dass Rheinmetall der Bundeswehr sogar eine frühere Lieferung einzelner Systeme angeboten habe - allerdings in einer anderen Konfiguration. Demnach könnten bereits im Sommer erste "Skyranger"-Einheiten auf Lkw-Basis bereitgestellt werden. Diese Lösung entspreche jedoch nicht dem derzeitigen Konzept des Heeres, das auf die Integration des Systems auf dem gepanzerten Boxer-Fahrzeug setzt.

"Wir könnten jetzt liefern, aber das ist ein anderes Konzept", sagte Papperger. Die Entscheidung darüber liege beim Kunden. Dass die Bundeswehr alternative Lösungen prüfe, sei daher "nicht unsere Entscheidung". Mit Blick auf mögliche Vertragsstrafen zeigte sich der Rheinmetall-Chef gelassen. Eine solche komme erst bei einer Nichteinhaltung der vertraglich vereinbarten Liefertermine infrage. "Wir müssen erst 2027 liefern", so der Manager.

Das Flugabwehrsystem "Skyranger 30" ist als wichtiger Baustein für den Schutz vor Drohnen und anderen Bedrohungen aus der Luft. Die Bundeswehr wartet dringend auf die Einführung des Systems.

Das gesamte Interview wird am Mittwoch, den 22. April, um 00:20 Uhr im "Nachtjournal Spezial" auf RTL ausgestrahlt, auf YouTube sowie auf der Streamingplattform RTL+. 

Quelle: ntv.de, vmi

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