Wirtschaft

Ausweitung neuer Kreditlinien? Robinhood verhandelt über Milliardenkredit

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Robinhood war vergangene Woche im Zusammenhang mit den massiven Käufen von Aktien wie Gamestop in die Schlagzeilen geraten.

(Foto: REUTERS)

Um die jüngste Flut an Kunden-Orders ausreichend absichern zu können, braucht der Neo-Broker Robinhood frisches Geld. Die Wertpapierhandel-App hat zwar erst in den vergangenen Tagen bei Investoren insgesamt 3,4 Milliarden Dollar eingesammelt, führt aber laut Insidern trotzdem Gespräche mit Banken.

Der wegen des Gamestop-Hypes in die Schlagzeilen geratene Online-Broker Robinhood verhandelt Insidern zufolge über Kredite im Volumen von einer Milliarde Dollar. Das Unternehmen spreche mit Banken über die Ausweitung bestehender oder die Genehmigung neuer Kreditlinien, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Wie viel sich Robinhood sichern kann, war unklar. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab.

Gamestop Corporation
Gamestop Corporation 152,00

Die bei Kleinanlegern beliebte Handelsplattform hatte erst in den vergangenen Tagen bei ihren Investoren insgesamt 3,4 Milliarden Dollar eingesammelt. Robinhood braucht das Geld, um die jüngste Flut an Kunden-Orders ausreichend absichern zu können. Robinhood-Chef Vlad Tenev hatte am Sonntag erklärt, die zuständige Clearingstelle habe angesichts erhöhter Schwankungen Sicherheiten von drei Milliarden Dollar verlangt. Deshalb habe sein Unternehmen entschieden, Transaktionen einzuschränken, so Tenev.

Robinhood hatte vergangene Woche für Empörung unter Anlegern gesorgt, als der Online-Broker Käufe der seit Tagen nach oben schießenden Aktie des Videospiel-Anbieters Gamestop sperrte, Verkäufe dagegen weiter zuließ. Robinhood hatte neben Gamestop auch den Handel mit anderen Titeln eingeschränkt, die ins Visier von Spekulanten - zum Teil Hobby-Händler auf Internet-Plattformen wie Reddit - geraten waren. Am Montag verloren Gamestop-Aktien mehr als 28 Prozent.

Die Börsenschlacht zwischen etablierten Wall-Street-Akteuren und Kleinanlegern löste inzwischen eine Debatte über das Geschäftsmodell von Hedgefonds aus. Die US-Senatorin Elizabeth Warren vom linken Flügel der Demokraten kritisierte, die Vorgänge würden lediglich verdeutlichen, was an der Wall Street seit Jahren stattfinde. Es gebe "eine Gruppe von Spielern", die den Markt manipuliere. Senator Bernie Sanders nannte das Geschäftsmodell der Wall Street "defekt" und beklagte "empörendes Verhalten" aufseiten der Hedgefonds.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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