Wirtschaft
Irans Atomstreit mit dem Westen lastet auf dem Ölpreis.
Irans Atomstreit mit dem Westen lastet auf dem Ölpreis.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 27. Februar 2012

Schmierstoff der Wirtschaft: Rohölrechnung so hoch wie nie

Deutschland muss Rohstoffe importieren, ohne sie ist die Wirtschft aufgeschmissen. Enorme Preissteigerungen schlagen da direkt durch. Im vergangenen Jahr erreicht der Rohölpreis je importierte Tonne beispielsweise ein historisches Hoch. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht.

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Rohöl ist 2011 so teuer gewesen wie nie. Deutsche Unternehmen mussten im Jahresdurchschnitt für den "Schmierstoff der Wirtschaft" 583 Euro je importierte Tonne zahlen. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 (506 Euro je Tonne) deutlich überschritten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Jahr 2010 hatte eine Tonne importierten Erdöls noch durchschnittlich 435 Euro gekostet. Im vergangenen Jahr setzten die Unruhen in Nordafrika und die Drohung des Iran, die für den Ölhandel wichtige Meeresenge von Hormus zu blockieren, den Ölpreis unter Druck.

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Eingeführt wurde im Jahr 2011 Erdöl im Wert von rund 51 Mrd. Euro. Das war ein Anstieg um 28,2 Prozent zum Vorjahr. Mengenmäßig nahmen die Erdölimporte dagegen um 4,3 Prozent auf 87,3 Millionen Tonnen ab. Seit 2005 (115 Millionen Tonnen) sank die nach Deutschland importierte Menge Rohöl Jahr für Jahr. Eine Ursache vermuten die Statistiker in der rückläufigen Nachfrage nach leichtem Heizöl, weil Verbraucher verstärkt auf andere Energieträger setzen. Die Ölbranche selbst dagegen führt den stetigen Rückgang eher auf eine geringere Benzinnachfrage zurück.

Benzinpreise auf Rekordniveau

Fast zwei Drittel der deutschen Rohölimporte (61,8 Prozent) kamen 2011 aus den drei wichtigsten Lieferländern Russland, Vereinigtes Königreich und Norwegen. Mit einem Anteil von 40,6 Prozent lag die Russische Föderation mit weitem Abstand wie in den Vorjahren auf Rang eins. Aus Russland kamen 35,5 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von gut 20 Mrd. Euro nach Deutschland.

Die Preise für Ölprodukte liegen in Deutschland seit mehr als einer Woche auf Rekordniveau oder nahe daran. Auch am Montag kostete ein Liter Superbenzin E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,63 Euro. Für die meistgetankte Sorte Superbenzin E5 mit fünf Prozent Ethanol waren 1,66 Euro je Liter zu bezahlen, Diesel kostete 1,52 Euro. Der Heizölpreis hat sich seit Mitte Februar ebenfalls wenig bewegt und liegt bei 93,90 Euro je 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern).

Ursache für die konstant hohen Preise sind die Rahmenbedingungen: Der Rohölpreis steigt langsam immer weiter und hat die Marke von 125 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent mittlerweile überschritten. Der Dollarkurs verändert sich ebenfalls nur wenig und liegt mittlerweile etwas über 1,33 Dollar je Euro. Damit ist kein Spielraum für größere Preisänderungen bei den Ölprodukten.

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Quelle: n-tv.de