Im Schnitt 291.000 Euro pro KopfSamsung-Mitarbeiter erkämpfen Mega-Boni

Samsungs Chip-Ingenieure erstreiten eine spektakuläre Bonusrunde. Angesichts von Rekordgewinnen bekommen sie im Schnitt mehrere Hunderttausende Euro.
Rund 89.000 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte von Samsung Electronics in Südkorea stimmen seit dem heutigen Freitag über einen neuen Tarifvertrag ab. Die Zustimmung ist sehr wahrscheinlich, denn die Einigung erhält eine Jahresprämie von umgerechnet mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf für die Mehrheit der Mitarbeiter.
Der Kompromiss beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft. Laut Prognosen könnten die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung umgerechnet rund 340.000 Euro betragen, dem Unternehmen zufolge werden sie im Schnitt etwa 291.000 Euro betragen. Die Mitarbeiter der Samsung-Halbleitersparte bekommen nun 10,5 Prozent des Betriebsgewinns. Dies gilt zusätzlich zu einem bereits bestehenden unternehmensweiten Bonusprogramm. Samsung hat in Südkorea rund 125.000 Mitarbeiter, davon 78.000 in der Halbleitersparte.
Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter einen 18-tägigen Streik angedroht. Die Einigung wurde nur 90 Minuten vor Ablauf der Streikfrist erzielt. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der südkoreanische Elektronikriese im Zuge eines Booms rund um Künstliche Intelligenz und der deshalb stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips Rekordgewinne erzielt hat. Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal beträgt umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro - in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. Die Gewerkschaften hatten zunächst sieben Prozent mehr Lohn und höhere Zusatzzahlungen gefordert. Die Unternehmensführung wollte aber an einer leistungsabhängigen Vergütung festhalten.
Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass der angedrohte Streik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Der Konzern steht für 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea warnte, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen.