Wirtschaft

Debüt am Anleihenmarkt Saudi Aramco erlöst 12 Milliarden Dollar

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Mit Öl zu Milliardeneinnahmen: Saudi Aramco zeigt, wie es geht.

(Foto: REUTERS)

2021 soll wohl der Börsengang von Saudi Aramco über die Bühne gehen. Die nun herausgegebene erste Anleihe des weltgrößten Ölunternehmens der Welt gilt dafür als Lackmustest - und ist ein voller Erfolg. Ein Erlös von 100 Milliarden Dollar wären möglich gewesen.

Saudi Aramco hat beim Debüt am internationalen Anleihemarkt nach Angaben informierter Personen 12 Milliarden US-Dollar erlöst. Das Interesse an der Emission des größten Ölkonzerns der Welt ist demnach extrem groß gewesen. Für die Papiere der staatseigenen Saudi Arabian Oil Co seien Order über mehr als 100 Milliarden Dollar abgegeben worden. Erwartet worden sei ein Erlös von rund 10 Milliarden Dollar.

Das Interesse der Investoren gilt als Lackmustest für den Börsengang des profitabelsten Unternehmens der Welt. Dieser soll voraussichtlich 2021 über die Bühne gehen. "Ich denke, dies ist ein Auftakt zur Börsennotierung", sagte Conrad Saldanha, Portfoliomanager bei Neuberger Berman Group. "Das ist die größte Ölförderfirma der Welt. In dieser Hinsicht sieht es interessant aus."

Börsengang eigentlich schon 2018 geplant

Für Kronprinz Mohammed bin Salman ist ein Börsengang von Aramco einer der zentralen Punkte seines ehrgeizigen Reformprogramms Vision 2030.

Die internationale Kritik an dem saudischen Königreich wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi und der Behandlung von sozialen und politischen Aktivisten tat der Nachfrage keinen Abbruch. Zwar hatte die Ermordung einige ausländische Anleger davon abgeschreckt, in dem Land zu investieren, doch Anleihen- und Aktieninvestoren sind nur zu gerne bereit, sich in saudische Erfolgsgeschichten über Wirtschaftsreformen einzukaufen.

Ein Börsengang von Aramco war ursprünglich schon für 2018 vorgesehen, doch die Pläne gerieten wegen Sorgen um die mögliche Bewertung ins Stocken. Zudem wandten einige saudische Vertreter ein, die Aufnahme von Schulden sei günstiger und weniger problematisch, als Investoren zu erlauben, sich in den Konzern einzukaufen. Mohammed bin Salman bezifferte den Unternehmenswert auf 2 Billionen Dollar, Analysten schätzen die Bewertung jedoch auf unter 1,5 Billionen.

Quelle: ntv.de, bad/DJ