Wirtschaft

Im Vertrauen auf PallaSchnieder will bei Bahn-Pünktlichkeit "vorn eine 6 stehen haben"

20.05.2026, 10:32 Uhr
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Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der DB, und Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr, bei einem Termin in einem ICE. (Foto: picture alliance/dpa/dpa Pool)

Im Fernverkehr gab es im April für die Verhältnisse der Bahn etwas erbaulichere Pünktlichkeitswerte als in den Monaten zuvor. Verhalten optimistisch gibt Bundesverkehrsminister Schnieder eine Pünktlichkeitserwartung für das Gesamtjahr aus.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hofft, dass die Deutsche Bahn in diesem Jahr ihr Ziel von mehr als 60 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr erreicht. "Ich glaube, wir können froh sein, wenn wir vorn eine 6 stehen haben, wenn wir also eine Pünktlichkeit von über 60 Prozent haben", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das müsse man ehrlich einräumen, sonst schaffe man neue Enttäuschungen: "Ich vertraue auch auf die Aussage der Bahnchefin, dass wir den Boden erreicht haben."

Im April hatte die Deutsche Bahn ihre Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr im Vergleich zum Jahresanfang deutlich verbessert - doch wurde mehr als jeder dritte Fernverkehrshalt zu spät erreicht. Die Pünktlichkeitsquote lag im Fernverkehr im April bei 64,4 Prozent. Für das gesamte Jahr 2026 hält die Bahn an ihrem Ziel von mehr als 60 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr fest. Als verspätet gilt ein Zug nach Bahn-Definition ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Zugausfälle werden in der Statistik nicht berücksichtigt.

Minister will schnellere Entscheidungen

Der bundeseigene Konzern kämpft seit Jahren mit der Pünktlichkeit, der Start ins laufende Jahr fiel dabei besonders schlecht aus. Begründet wurden die schlechten Zahlen mit der maroden Infrastruktur, den vielen Baustellen im Netz sowie dem strengen Winterwetter.

Schnieder hält den von Bahnchefin Evelyn Palla eingeleiteten umfassenden Konzernumbau für notwendig. "Der Konzern muss insgesamt agiler werden. Entscheidungen müssen schneller und regional getroffen werden. Das ist genau das Konzept, für das Frau Palla steht." Das gehe nicht von heute auf morgen. "Das ist ein großer Konzern mit gewachsenen Strukturen. Das erfordert Durchsetzungskraft, aber das traue ich Frau Palla unbedingt zu."

Die Bahn sage selbst, 2026 sei das Tal erreicht, und dann werde es aufwärtsgehen, sagte der Verkehrsminister weiter. "Wir haben ja mit der Taskforce Bahn einige schnell wirkende Maßnahmen ergriffen. Die großen Sprünge werden wir aber erst dann machen, wenn wir bei der Infrastruktur deutlich vorangekommen sind. In zwölf Jahren 40 Hochleistungskorridore zu sanieren, muss erst mal gemacht sein", sagte Schnieder. Und je mehr davon geschafft sei, desto zuverlässiger und besser werde das Netz: "Dann werden auch die Pünktlichkeitswerte besser."

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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