Wirtschaft
Über vier Stunden standen Starbucks-Kunden in den USA vor verschlossenen Türen.
Über vier Stunden standen Starbucks-Kunden in den USA vor verschlossenen Türen.(Foto: AP)
Mittwoch, 30. Mai 2018

Anti-Rassismus-Schulung in USA: Starbucks macht zeitweise 8000 Filialen dicht

Die fälschliche Festnahme von zwei Afroamerikanern sorgt bei Starbucks für einen Eklat. Die Konsequenz: Alle Angestellten erhalten einen Auffrischungskurs in Sachen Geschichte und Bürgerrechte. Alle US-Filialen bleiben dafür stundenlang geschlossen.

Als Reaktion auf die unberechtigte Festnahme von zwei Afroamerikanern in einer Starbucks-Filiale in Philadelphia hat die US-Kaffeehauskette ihre Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten ein Anti-Rassismus-Training absolvieren lassen. Die mehr als 8000 Filialen im Land schlossen dafür am Dienstag für jeweils vier Stunden.

Die Öffentlichkeit war von den Kurzseminaren für die insgesamt 175.000 Mitarbeiter ausgeschlossen. Zum Ablauf gehörten die Vorführung eines Dokumentarfilms über die Geschichte der Afroamerikaner in den USA und der Bürgerrechtsbewegung, aufgezeichnete Botschaften der Unternehmensleitung sowie des Rappers Common und Diskussionen in der Gruppe.

Seinem Unternehmen sei klar, dass das Seminar nicht das Problem der Ungerechtigkeit gegenüber ethnischen Minderheiten im Land lösen werde, sagte Starbucks-Chef Howard Schultz dem Fernsehsender CNN. "Aber wir müssen das Gespräch anfangen", fügte er hinzu.

Starbucks hatte die Maßnahme Mitte April angekündigt, nachdem der Vorfall in Philadelphia eine Welle der Empörung, Proteste und Boykott-Drohungen ausgelöst hatte. Die beiden Afroamerikaner waren in Handschellen abgeführt worden, nachdem ein Starbucks-Angestellter die Polizei angerufen hatte.

Kunden begrüßen Maßnahme

Er warf den Männern nach Polizeiangaben Hausfriedensbruch vor, weil sie nichts bestellt hatten. Nach Angaben ihres Anwalts hatten sie sich zu einem geschäftlichen Treffen in dem Café verabredet. Bestellt hätten sie nichts, weil sie noch auf einen dritten Teilnehmer gewartet hätten. Ein Video der Festnahme wurde millionenfach in den Onlinenetzwerken angeklickt, Demonstranten legten kurzzeitig den Betrieb der Starbucks-Filiale lahm.

Starbucks-Kunden begrüßten die Maßnahme. "Schlaue Idee. Dies hätte schon vor einer Weile getan werden sollen", sagte der 31-jährige Chad Mittleman in New York. "Wenn es wirklich ehrlich gemeint ist und keine PR-Aktion, wird es eine gute Sache sein", sagte der ebenfalls 31-jährige Afroamerikaner Devon Smith in einer Straße nahe dem Weißen Haus in Washington.

Quelle: n-tv.de