Wirtschaft

Vermögen wachsen rasant ungleich Superreiche verdienen in der Krise blendend

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Kletternde Kurse lassen Privatvermögen mitklettern.

(Foto: imago images/Westend61)

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Trotz der langen Coronakrise steigt weltweit das Privatvermögen - und das rasant. Doch das Geld kommt nicht überall an, im Gegenteil. Vergleichsweise wenige Menschen vereinen große Teile des privaten Finanzvermögens in einem exklusiven Zirkel.

Die Menschen rund um den Globus haben im zweiten Corona-Jahr einer Studie zufolge überdurchschnittlich viel Reichtum angehäuft. Allerdings blieb dieser unverändert ungleich verteilt. Das Gesamtvermögen aus Finanzvermögen und Sachwerten abzüglich Schulden stieg 2021 im Vergleich zum Vorjahr vor allem dank des Booms an den Börsen um mehr als zehn Prozent auf den Rekordwert von 473 Billionen US-Dollar (rund 441 Billionen Euro), wie aus einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Es war der stärkste Anstieg seit mehr als einem Jahrzehnt.

Der Reichtum ist allerdings ungleich verteilt. Bei den Superreichen legten die Finanzvermögen innerhalb eines Jahres um 16 Prozent zu, während sich das Plus bei Erwachsenen mit vergleichsweise geringen Beständen an Wertpapieren, Bankkonten oder Lebensversicherungen auf lediglich 5 Prozent belief.

So besitzen allein in Deutschland den Angaben zufolge 3100 Superreiche mehr als ein Fünftel des gesamten privaten Finanzvermögens. Der Klub der Superreichen mit einem Finanzvermögen von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar wuchs im vergangenen Jahr um etwa 300 Mitglieder. Den Spitzenplatz belegten die USA mit 25.800 Superreichen, gefolgt von China mit 8500 Mitgliedern des Klubs. Deutschland landete auf Rang drei. Weltweit hielten rund 69.000 Superreiche 15 Prozent des investierbaren Finanzvermögens. "Traditionell investieren die Deutschen lieber in Immobilien als in Wertpapiere, das zeigt die Sachwertquote von mehr als 65 Prozent deutlich", erläuterte BCG-Partnerin Anna Zakrzewski.

Kriegsverlauf beeinflusst Ergebnis für 2021

Der Studie zufolge wuchs das private Finanzvermögen in Deutschland, zu dem beispielsweise Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Anteile an Investmentfonds oder Ansprüche aus Pensionen und Lebensversicherungen zählen, um acht Prozent auf mehr als neun Billionen Dollar. Das Sachvermögen unter anderem aus Immobilien, Kunst oder Gold stieg um elf Prozent auf 13 Billionen Dollar. Vor allem Immobilien verzeichnen seit geraumer Zeit kräftige Wertzuwächse.

Trotz der wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges rechnet das Beratungsunternehmen damit, dass der Reichtum weltweit weiter steigt. Kräftige Zuwächse werden dabei vor allem in Asien (ohne Japan) erwartet. Sollte der russische Angriff auf die Ukraine in diesem Jahr enden, wird weltweit ein jährliches Vermögenswachstum von 5,3 Prozent auf knapp 80 Billionen Dollar bis 2026 erwartet. Ein Plus von durchschnittlich 5 Prozent errechnete die Studie, falls der Krieg andauert und die Sanktionen verschärft werden beziehungsweise länger anhalten. "Die Wohlstandsentwicklung ist erstaunlich robust; selbst vor dem Hintergrund der geopolitischen Turbulenzen werden die Vermögen weltweit weiter anwachsen", sagte Zakrzewski.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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