Wirtschaft

"Die Zeit ist gekommen" Superreiche wollen mehr Steuern zahlen

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Rund 200 Superreiche haben den offenen Brief unterzeichnet.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Eine Gruppe sehr wohlhabender Menschen beklagt sich über wachsende Ungleichheit und fordert, extremen Reichtum zu bekämpfen. Andernfalls könnten soziale Spannungen eine Gefahr für Demokratien werden.

Mehr als 200 Millionäre und Milliardäre haben in einem offenen Brief die Regierungen weltweit aufgefordert, "uns, die Ultrareichen, sofort zu besteuern". Damit solle den Milliarden Menschen geholfen werden, die Schwierigkeiten haben, ihre Lebenshaltungskosten zu stemmen. Die Gruppe gibt es seit 2010. In ihr befinden sich Reiche aus 13 Ländern, darunter die Disney-Erbin Abigail Disney und der Schauspieler Mark Ruffalo.

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Auch Abigail Disney hat den offenen Brief unterzeichnet.

(Foto: Charles Sykes/Invision/AP)

Sie appellierten an die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos versammelten Politiker und Wirtschaftsführer, "die extreme Ungleichheit" zu bekämpfen. Das Wirtschaftssystem müsse gerechter werden, indem extremer Reichtum bekämpft werde, so die Gruppe. Nur so könnten Demokratien überleben.

Untätigkeit könne in eine Katastrophe führen, heißt es in dem offenen Brief. "Gesellschaften können Spannungen nur bis zu einem gewissen Niveau aushalten", so die Reichen. Während Mütter und Väter ihre Kinder hungrig zu Bett schicken müssten, würden Ultrareiche ihr wachsendes Vermögen betrachten. "Die Kosten, etwas zu tun, sind sehr viel geringer als Nichtstun", heißt es weiter. Die Zeit sei gekommen, diesen Job zu erledigen.

Vor dem Start des Weltwirtschaftsforums hatte die kapitalismuskritische Organisation Oxfam vor steigender Ungleichheit in der Welt, aber auch in Deutschland gewarnt. Erstmals seit 25 Jahren hätten extremer Reichtum und extreme Armut zuletzt gleichzeitig zugenommen.

Das Gesamtvermögen aller Milliardärinnen und Milliardäre sei seit 2020 im Durchschnitt täglich um 2,7 Milliarden US-Dollar gestiegen, so Oxfam. Zugleich leben laut Oxfam mindestens 1,7 Milliarden Menschen in Ländern, in denen die Inflation größer ist als die Lohnentwicklung. Etwa jeder zehnte Mensch auf der Erde hungere.

Quelle: ntv.de, jga/dpa

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