Wirtschaft

Großprojekt Nicaraguakanal Tausende müssten umgesiedelt werden

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Kritiker des Projektes zweifeln an der Machbarkeit und warnen vor Umweltschäden.

(Foto: REUTERS)

Von der Wasserstraße erhofft sich die nicaraguanische Regierung einen Wirtschaftsboom. Doch seit Baubeginn kommt das Vorhaben kaum voran. Ein Umwelt-und Sozialgutachten enthüllt jetzt: Etwa 27.000 Menschen müssten ihre Heimat verlassen.

Für den geplanten Nicaraguakanal müssten im Süden des mittelamerikanischen Landes etwa 27.000 Menschen umgesiedelt werden. Das geht aus dem Umwelt- und Sozialgutachten hervor, das nun teilweise vorgestellt wurde.

Der Einfluss der Wasserstraße, die auch durch den Nicaraguasee führen soll, auf das Ökosystem sei minimal, sagte der Vizepräsident der verantwortlichen Firma HKND. "Wir haben den See ausführlich untersucht und um ehrlich zu sein: Dieser See ist schon krank und ohne den Kanal oder Aktionen der Regierung könnte er umkippen." Der Nicaraguasee ist das wichtigste Süßwasserreservoir der Region und Lebensgrundlage vieler Menschen.

Das chinesische Unternehmen HKND will neben der neuen Wasserstraße zur Verbindung des atlantischen mit dem pazifischen Ozean zwei Häfen, einen internationalen Flughafen, Fabriken und eine Freihandelszone errichten.

Trotz des offiziellen Baubeginns im Dezember vergangenen Jahres kommt das 50 Milliarden US-Dollar schwere Vorhaben kaum voran. Kritiker bezweifeln die Machbarkeit und warnen vor Umweltschäden. Auch die Finanzierung des Projekts und die Entschädigung der Anwohner ist noch unklar.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

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