Wirtschaft

Kampf um Halbleiterlieferanten Tesla will sich Chips sichern

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Die Knappheit wurde unter anderem von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage ausgelöst.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Abgesagte Schichten und gedrosselte Fertigung: Die fehlenden Halbleiter-Chips setzen der Autoindustrie seit einiger Zeit zu. Besserung ist nicht in Sicht - auch, weil Investitionen nicht sofort greifen. Der E-Autobauer Tesla hat die Gefahr wie die Konkurrenz längst erkannt und wird jetzt kreativ.

Der Elektroautohersteller Tesla hat einem Zeitungsbericht zufolge im Kampf um die Lieferung von Chips inmitten einer branchenweiten Knappheit eine neue Front eröffnet. Tesla wolle für die Chips eine Vorauszahlung leisten oder sogar den Kauf einer eigenen Fabrik anbieten, schreibt die "Financial Times" (FT).

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Tesla versuche speziell, Chips bei Herstellern in Taiwan und Südkorea zu bekommen, die die Modelle der neueren Generation herstellen, aber auch in den USA, so ein Bericht der Zeitung, der sich auf Quellen aus der Industrie beruft. Was den direkten Kauf eines Werks angeht, so sagten die Quellen, dass sich diese Pläne in einem frühen Stadium befinden, da ein solches Unterfangen zu teuer sein könnte. Ein Sprecher von Tesla konnte nicht sofort für einen Kommentar erreicht werden. Die FT berichtet unter Berufung auf einen Informanten aus dem Umfeld des Chipherstellers Samsung, dass dieser offen für Gespräche mit Tesla sei.

Die Unternehmensberatung Alixpartners schätzt den weltweiten Produktionsausfall von Fahrzeugen wegen des Chipmangels in diesem Jahr mittlerweile auf 3,9 Millionen Einheiten im Wert von 110 Milliarden Dollar. "Ein erheblicher Anteil davon wird sich auch in den Verkaufszahlen der Hersteller niederschlagen, die teilweise aus der Reduktion von Lagerbeständen kompensiert werden", sagte Alix-Experte Marcus Kleinfeld.

Wegen fehlender Halbleiter-Chips haben Autohersteller wie Ford, Audi, VW oder Daimler bereits Schichten absagen und die Fertigung drosseln müssen. Der Chip-Riese Intel hatte jüngst gewarnt, die Engpässe könnten mehrere Jahre andauern - auch weil Investitionen nicht sofort greifen. Die Knappheit wurde unter anderem von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Technik wie Laptops in der Corona-Pandemie sowie Vorratskäufen des chinesischen Huawei-Konzerns angesichts von US-Sanktionen ausgelöst.

Quelle: ntv.de, jki/DJ

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