Wirtschaft

Abgang in heikler Phase Thyssen wechselt Stahlsparten-Chef aus

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Thyssenkrupp will rund 6000 der etwa 160.000 Jobs abbauen, darunter 2000 in der Stahlsparte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Billig-Importe aus Fernost, Preisdruck und gestiegene Rohstoffkosten machen der Schwerindustrie zu schaffen. Bei Thyssenkrupp will man darauf mit einer groß angelegten Restrukturierung reagieren. Doch davor muss zuerst Spartenvorstand Desai seinen Posten räumen.

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Premal Desai

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp erhält einer Zeitung zufolge vor der geplanten Restrukturierung einen neuen Chef. Premal Desai wird den Posten zum Ende des Monats verlassen, berichtet das "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf das Umfeld des Aufsichtsrates. Nachfolger solle Bernhard Osburg werden, der bislang für den Vertrieb verantwortlich sei. Thyssenkrupp lehnte am Abend eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Der Konzern strebt auch nach dem gescheiterten Zusammenschluss mit Tata Steel Europe Partnerschaften in der Stahlsparte an. Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz erklärte Ende Januar, eine weitere Konsolidierung der Branche in Europa wäre vorteilhaft. "Und deshalb sind wir offen für Gespräche." Zunächst müsse es aber eine harte Restrukturierung in der Sparte geben. Dies werde nicht ohne Arbeitsplatzabbau gehen.

Thyssenkrupp will rund 6000 der etwa 160.000 Jobs abbauen, darunter 2000 in der Stahlsparte. Der Schwerindustrie machen Billig-Importe aus Fernost, Preisdruck und gestiegene Rohstoffkosten zu schaffen.

Merz will nun die Sparten des Ruhrkonzerns eigenständiger aufstellen. Ziel sei es, dass alle Geschäftsbereiche ihre Kapitalkosten verdienen. Neben der Aufzugsparte sucht das Management auch für den Anlagenbau und Teile der Komponentenfertigung einen Käufer.

Quelle: ntv.de, jki/rts