Wirtschaft

Werkverkauf in den USA abgeschlossen ThyssenKrupp hat ein Problem weniger

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Blick auf das Werk in Calvert/Alabama.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Verkauf des US-Stahlwerks in Alabama spült mehr als eine Milliarde Euro in die Kassen des Stahlriesen. Doch das größte Sorgenkind bleibt den Essenern erhalten. Bei den Hochöfen in Brasilien bleibt noch viel zu tun.

Der angeschlagene Stahlkonzern ThyssenKrupp hat zumindest eines seiner Probleme gelöst: Der Verkauf des Stahlwerks im US-Bundesstaat Alabama ist abgeschlossen. Der Dax-Konzern teilte mit, er habe von den Käufern - einem Konsortium aus dem Weltmarktführer ArcelorMittal und der japanischen Nippon Steel - den Kaufpreis in Höhe von 1,55 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) erhalten. Die Nachricht über den Vollzug des Milliardengeschäfts beflügelte den Kurs der ThyssenKrupp-Aktie nach Börseneröffnung allerdings nur kurz.

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Das US-Werk und eine Anlage für Rohstahl in Brasilien hatten den Konzern in eine tiefe Krise gestürzt. Die Baukosten waren völlig aus dem Ruder gelaufen - ThyssenKrupp bezifferte sie zuletzt auf 12 Milliarden Euro. Drei Jahre nacheinander schrieb der Konzern deshalb Milliarden-Verluste.

Brasilien-Werk nicht losgeworden

Um aus der Misere herauszukommen, wollte ThyssenKrupp eigentlich beide Werke verkaufen. Doch fand sich bislang nur für das US-Werk ein Abnehmer. Für das als Hauptquelle der Verluste geltende Stahlwerk in Brasilien fand ThyssenKrupp dagegen keinen Käufer. Nach dem vollzogenen Verkauf der Anlage in Alabama will sich ThyssenKrupp nun voll auf die weitere operative Verbesserung des Werkes in Brasilien konzentrieren. Bei dessen technischer Leistungsfähigkeit und Effizienz seien bereits deutliche Fortschritte erkennbar, hieß es in Essen.

Bestandteil der Verkaufsvereinbarung mit ArcelorMittal und Nippon Steel ist auch, dass das Konsortium bis zum Jahr 2019 jährlich zwei Millionen Tonnen Brammen des brasilianischen Werkes abnimmt. Dies sichere dem dortigen Werk eine Mindestauslastung von 40 Prozent, erklärte ThyssenKrupp.

In der Übersee-Stahlsparte schrieb der Konzern auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014 weiter rote Zahlen. Allerdings fielen die Verluste deutlich niedriger aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt wies der Konzern unter dem Strich für den Zeitraum von Oktober bis Dezember 2013 einen Verlust von 69 Millionen Euro aus.

Quelle: ntv.de, wne/dpa

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