Wirtschaft

Kriterien nicht erfüllt Thyssenkrupp erwartet Dax-Abgang

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Vorstandschef Kerkhoff will Eitelkeiten beiseite und die Bedürfnisse der Mitarbeiter nach vorne stellen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Aufspaltung von Thyssenkrupp ist beschlossene Sache. So soll der angeschlagene Konzern wieder gestärkt werden. Aus dem Dax wird sich das Traditionsunternehmen aber wohl verabschieden müssen.

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff rechnet nach der Aufspaltung des Traditionskonzerns mit dem Abstieg aus der ersten Börsenliga. "Der Dax ist kein Selbstzweck", sagte der neue Vorstandschef der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Es würden zwei starke Unternehmen geschaffen, die sich besser entwickeln könnten als Thyssenkrupp in der derzeitigen Aufstellung. Das sei für die Mitarbeiter entscheidend.

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Thyssenkrupp wird in die Gesellschaften Materials und Industrials aufgespalten. Auf der einen Seite soll die Thyssenkrupp Materials AG unter anderem den 50-Prozent-Anteil aus dem fusionierten Stahlgeschäft mit dem indischen Partner Tata enthalten. Hinzu kommen der Handel mit Werkstoffen sowie der Marineschiffbau. Im zweiten Unternehmen Thyssenkrupp Industrials AG soll etwa das Geschäft mit Aufzügen oder Zulieferungen für die Autoindustrie gebündelt werden.

Die Gesellschaften dürften die Dax-Kriterien einzeln aber nicht erfüllen. Dennoch hält Kerkhoff das ausgearbeitete Konzept für die beste Lösung. "Beide Unternehmen können sich alleine besser entwickeln. Beide werden auch finanziell stärker sein", sagte Kerkhoff. Zudem stellte er klar: "Es geht hier nicht um Eitelkeiten."

Verkäufen von Unternehmensteilen, um Geld in die Kassen zu spülen, erteilte Kerkhoff erneut eine Absage. "Ich habe zu jeder Zeit klar gemacht, dass ein Ausverkauf mit mir nicht zu machen ist", erklärte er gegenüber der Zeitung.

Der Aufsichtsrat hatte die Aufspaltungspläne am Sonntag abgenickt und Kerkhoff für fünf Jahre zum Konzernchef ernannt. Damit reagiert Thyssenkrupp auf die seit Jahren andauernde Krise. Im Dax sind die 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands vertreten.

Quelle: ntv.de, lou/rts

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