Wirtschaft

Bei Fusion mit Tata Thyssenkrupp gibt Mitarbeitern Garantien

Thyssenkrupp will sich im Stahlgeschäft mit dem Konkurrenten Tata zusammen tun. Das bedeutet unter anderem, dass Jobs wegfallen. Die IG Metall und Beschäftigte laufen zuerst Sturm gegen die geplante Fusion. Nun gibt es einen Kompromiss.

Thyssenkrupp hat sich im Streit um die Stahlfusion mit Tata Steel mit der Gewerkschaft IG Metall auf Eckpunkte geeinigt und dabei weitreichende Sicherheiten für die Beschäftigten zugesagt. Wie der Dax-Konzern mitteilte, erhalten die Mitarbeiter im Falle einer Fusion eine Beschäftigungssicherung bis Ende September 2026. Zudem wurde bis dahin für die Mehrheit der deutschen Werke eine Standortsicherung vereinbart. Für einzelne Betriebsteile in Bochum, Eichen und Hüttenheim sei eine Wirtschaftlichkeitsprüfung Ende 2020 vereinbart worden, für sie gelte die Standortsicherung bis Ende 2021.

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Thyssenkrupp kündigte auch an, mindestens sechs Jahre an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel beteiligt zu bleiben. Allerdings sei in dieser Zeit eine Veränderung der Anteilsstruktur möglich, eventuell auch durch einen Börsengang. Nachdem die Tarifkommission der IG Metall nun empfohlen hat, das Verhandlungsergebnis anzunehmen, will die Gewerkschaft das Ergebnis im Januar an den Stahlstandorten von Thyssenkrupp zur Abstimmung stellen.

Den Vertrag für das Stahl-Joint-Venture will der Konzern Anfang 2018 unterschreiben. Abgeschlossen werden könnte der Deal dann nach Zustimmung der Kartellbehörden Ende 2018, so Thyssenkrupp am Donnerstag.

Sozialplan vereinbart

Die Einigung auf den Tarifvertrag, der für alle deutschen Standorte gelte, solle mit dem Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten. Der bereits angekündigte Abbau von bis zu 2.000 Stellen werde nun wie angekündigt sozialverträglich umgesetzt. An den deutschen Standorten will Thyssenkrupp mindestens 400 Millionen Euro jährlich investieren.

"Mit dem heute erzielten Ergebnis haben wir eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen, unsere strategische Zielsetzung zu erreichen und gleichzeitig den Interessen unserer Beschäftigten gerecht zu werden", so Thyssenkrupp-CEO Heinrich Hiesinger. Der Konzern könne nun die für das Joint Venture angekündigten wirtschaftlichen Vorteile und Synergien erzielen.

Die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hatten gedroht, ihre Zustimmung zum Fusionsvertrag zu verweigern. Die IG Metall hatte unter anderem eine zehnjährige Arbeitsplatzgarantie für die Stahlarbeiter gefordert. Die Gewerkschafter hatten dem Management ein Ultimatum für Verhandlungen bis zum heutigen Freitag gestellt.

Thyssenkrupp hatte im September angekündigt, seine Stahlsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der des indischen Konkurrenten Tata Steel einzubringen. An dem neuen Konzern sollen beide Seiten je 50 Prozent halten. Als Firmensitz ist das niederländische Amsterdam geplant. Die Unternehmen erhoffen sich dadurch Synergien und eine Wertsteigerung. Das neue Unternehmen würde einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro erzielen und 48.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Quelle: n-tv.de, hul/DJ/AFP

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