Wirtschaft

Kündigungen nicht ausgeschlossen Thyssenkrupp streicht 6000 Jobs

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In Deutschland arbeiten knapp 68.000 Menschen für Thyssenkrupp.

(Foto: dpa)

Der Stahlriese aus Essen macht eine Kehrtwende, da aus der Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel wohl nichts mehr wird. Thyssenkrupp begräbt seine Pläne, den Konzern in zwei Unternehmen aufzuteilen und kürzt beim Personal.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will im Zuge seiner Neuausrichtung Tausende Stellen streichen. Insgesamt fielen weltweit 6000 Stellen weg, wie der Konzern mitteilte. Davon entfielen zwei Drittel - also 4000 - auf Deutschland, sagte Konzernchef Guido Kerkhoff. Insgesamt arbeiten in Deutschland knapp 68.000 Menschen für das Unternehmen, weltweit sind es 161.000.

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Wo die Stellen gestrichen werden, wollte Personalvorstand Oliver Burkhard noch nicht sagen. Ein nicht unbedeutender Teil dürfte auf die Verwaltung entfallen, wo die Kosten noch einmal um mehr als 180 Millionen auf unter 200 Millionen Euro sinken sollen.

Über die genauen Modalitäten würden ab sofort Gespräche mit der Arbeitnehmerseite geführt. Ziel sei eine Grundlagenvereinbarung, wie sie auch für das geplatzte Stahl-Joint-Venture vorgesehen war. Burkhard wollte angesichts des "schon recht tief greifenden Einschnitts" nicht ausschließen, dass es auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommt.

Stahl-Betriebsratschef Tekin Nasikkol warnte davor, das Scheitern des Joint Ventures jetzt "auf den Deckel der Beschäftigten" zu schreiben. IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler forderte, die Einnahmen aus einem Börsengang der Aufzugssparte ausschließlich für die Stabilisierung des Konzerns einzusetzen. "Eine Ausschüttung an die Aktionäre darf es nicht geben."

Der Essener Konzern hatte zuvor bekannt gegeben, dass er die für 2020 geplante Aufspaltung aufgibt. Er will stattdessen das Aufzuggeschäft an die Börse bringen und für die übrigen Geschäfte eine Holdingstruktur aufsetzen. Einen entsprechenden Vorschlag will der Vorstand dem Aufsichtsrat unterbreiten, heißt es in einer Adhoc-Mitteilung des Konzerns.

Als Begründung führt Thyssenkrupp an, dass die geplante Fusion ihres Stahl-Geschäftes mit Tata scheitern wird. Nach einem Gespräch mit der EU-Kommission in Brüssel habe sich gezeigt, dass die Wettbewerbsbedenken trotz weiterer Zugeständnisse nicht ausgeräumt seien. Weitere Zusagen seien nicht mehr möglich, ohne die wirtschaftliche Logik zu gefährden.

Per April werden die Stahlaktivitäten damit wieder in den Konzern eingegliedert. Die Prognose müsse deshalb angepasst werden. Aus heutiger Sicht werde - inklusive Stahlbereich - ein bereinigtes Ebit von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro erwartet und unter dem Strich ein Verlust. Der Free Cashflow vor Fusionen und Übernahmen wird in Höhe eines dreistelligen Millionen-Euro-Bereichs negativ erwartet.

Quelle: n-tv.de, hul/jwu/rts/dpa/DJ

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