Wirtschaft

Kollege, Mitbewerber, Freund Trauer um einen Visionär

Wenige Menschen haben das tägliche Leben des modernen Menschen so beeinflusst wie er: Steve Jobs hat den Computer, den MP3-Spieler, das Smartphone, den Tabletcomputer nicht erfunden, aber er hat sie zum Alltag gemacht. Eine ganze Branche trauert.

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Ein spontaner Dank am Apple Store in Santa Monica.

(Foto: dpa)

Der Steve Jobs ist tot hat weltweit Trauer ausgelöst. Nachdem Apple zunächst die Todesnachricht veröffentlicht hatte, erschien kurz darauf eine Würdigung des Mannes, der Apple zum Weltkonzern gemacht hatte: Apple trauere um einen "Visionär und ein kreatives Genie". "Die Welt hat einen faszinierenden Menschen verloren", hieß es in der kurzen Mitteilung weiter. "Die, die das Glück hatten, ihn zu kennen und mit ihm zu arbeiten, haben einen Freund und Mentor verloren. Steve lässt ein Unternehmen zurück, wie nur er es aufbauen konnte und das immer in seinem Geiste arbeiten wird." Apple richtete zugleich ein elektronisches Kondolenzbuch ein. Auf RememberingSteve@Apple.com konnten Fans Beileidsnachrichten schicken.

Der Vorstand ergänzte später noch in einer Mitteilung: "Steves Brillanz, seine Leidenschaft und Energie waren die Quelle der unzähligen Neuheiten, die unser aller Leben bereichert und verbessert haben. Die Welt ist unermesslich besser durch Steve."

Einer der größten Erfinder

US-Präsident Barack Obama und seine Ehefrau Michelle zeigten sich "betrübt" über die Todesnachricht. In einer Mitteilung des Weißen Hauses hieß es, Jobs habe zu den größten amerikanischen Erfindern gezählt. Mit dem Aufbau eines der erfolgreichsten Unternehmen des Planeten aus seiner Garage heraus, habe er beispielhaft den Geist der amerikanischen Erfindungsgabe gezeigt. "Die Welt hat einen Visionär verloren", hieß es in der Erklärung des Präsidenten.

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Überall auf der Welt hinterlassen Menschen Trauerbotschaften.

(Foto: REUTERS)

Microsoft-Mitgründer Bill Gates war ein jahrzehntelanger Konkurrent von Jobs, zuletzt lag Apple vor allem mit Google über Kreuz. Auf jeder US-Seite der täglich milliardenfach angeklickten Suchmaschine stand am Mittwoch "Steve Jobs, 1955 - 2011", der Klick auf den Namen führte direkt zur Startseite des Konkurrenten.

"Ich bin wirklich traurig", erklärte Gates nach der Todesnachricht. "Ich habe Steve vor etwa 30 Jahren zum ersten Mal getroffen und wir waren Kollegen, Mitbewerber und Freunde über mehr als die Hälfte unserer Leben." Wenige hätten die heutige Welt so beeinflusst und die Nachwirkungen von Jobs würden noch spätere Generationen spüren. "Für die, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, war es eine unglaublich große Ehre. Ich werde Steve enorm vermissen."

"Gründer unserer Industrie"

Microsoft-Chef Steve Ballmer drückte in einer Erklärung "mein tiefstes Mitgefühl über den Tod von Steve Jobs, einem der Gründer unserer Industrie und ein wahrer Visionär. Mein Herz ist bei seiner Familie, jedem bei Apple und jedem, der von seiner Arbeit berührt wurde."

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schrieb in seinem Online-Netzwerk: "Steve, danke dafür, dass Du ein Mentor und ein Freund warst."

Der südkoreanische Apple-Wettbewerber Samsung Electronics beschrieb Jobs als innovativen Geist und großen Unternehmer. Zum Tod des Apple-Mitbegründers sprach der Geschäftsführer und Vizevorsitzende, G.S. Choi, im Namen des Elektronikkonzerns zugleich der Familie und den Kollegen von Jobs sein "tiefstes Mitgefühl" aus. Jobs habe "zahlreiche revolutionäre Änderungen der Informationstechnologie-Industrie eingeführt". "Sein innovativer Geist und seine bemerkenswerten Errungenschaften werden den Menschen in aller Welt für immer im Gedächtnis bleiben."

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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