Wirtschaft

Streit um chinesische App Trump-Regierung verbietet Tiktok in den USA

134986391.jpg

Besonders bei jungen Menschen ist die Video-App Tiktok beliebt.

(Foto: picture alliance/dpa)

US-Präsident Trump sieht in Tiktok eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Er fordert eine Beteiligung der USA an der chinesischen App. Da sich die Verhandlungen hinziehen, verkündet die Regierung in Washington nun harte Konsequenzen. Auch der Chat-Dienst WeChat ist davon betroffen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erhöht im Streit um die Zukunft der populären Video-App Tiktok den Druck. Ab Sonntag soll es in den USA nicht mehr möglich sein, Tiktok und den Chat-Dienst WeChat aus den App-Stores von Google und Apple herunterzuladen, wie aus einer Mitteilung des Handelsministeriums hervorging. Tiktok soll zudem ab dem 12. November für Nutzer in den USA nicht mehr funktionieren, während dies im Fall von WeChat schon ab Sonntag der Fall sein soll. Tiktok hat rund 100 Millionen Nutzer in den USA.

Trump habe jedoch eine Frist bis zum 12. November gesetzt, innerhalb der die Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit noch ausgeräumt werden können, erklärte Handelsminister Wilbur Ross. Die US-Regierung bezeichnet die App Tiktok des chinesischen Unternehmens Bytedance als Sicherheitsrisiko mit der Begründung, dass chinesische Behörden an Daten von Amerikanern kommen könnten. Tiktok und Bytedance bestreiten dies.

Zuvor hatte Trump vom Eigentümer Bytedance einen Verkauf des US-Zweigs der Videoplattform verlangt. Laut Übernahmeplan sollen die US-Konzerne Oracle und WalMart sowie die US-Anteilseigner von Bytedance mindestens 60 Prozent an TikTok übernehmen. Medienberichten zufolge soll dabei Oracle die Speicherung der Daten von US-Nutzern übernehmen und auch Einblick in die Software bekommen, damit es keine Hintertüren für chinesische Behörden geben könne. Bytedance würde dabei die Mehrheit an Tiktok behalten.

Völlig unklar ist noch die Haltung Chinas gegenüber dem Vorschlag. ByteDance zufolge muss die Regierung in Peking genauso wie Trump zustimmen. Trump sagte am Mittwoch, er wäre mit dem Deal "nicht glücklich". Auch Microsoft hatte über einen Kauf des Tiktok-Geschäfts in den USA und anderen Ländern verhandelt. Vor wenigen Tagen teilte der Software-Riese allerdings mit, dass sein Angebot von Bytedance abgelehnt worden sei.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts