Wirtschaft

Das Börsen-Rennen ist gelaufen Trump unterliegt Obama

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Die Wall Street hat während der Präsidentschaft Trumps deutlich zugelegt - allerdings weniger stark als während Obamas.

(Foto: REUTERS)

Während der Präsidentschaft Donald Trumps sind die Aktienkurse kräftig gestiegen. Doch anders als von ihm behauptet, blicken einige seiner Vorgänger auf noch bessere Börsenzeiten zurück. Darunter auch Barack Obama.

Jetzt ist es amtlich. Barack Obama schlägt Donald Trump. Der scheidende US-Präsident feierte zwar - als er noch twittern durfte - immer wieder die "phänomenalen" Gewinne an der Wall Street und reklamierte diesen "einzigartigen" Boom für sich. Doch unter seinem Vorgänger lief es noch besser.

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In Zahlen ausgedrückt: In der Präsidentschaft von Trump kletterte der US-Leitindex S&P 500 dem Datensammler Macrotrends zufolge um knapp 67 Prozent. Das ist ein stolzes Plus, das seit dem Januar 2017 entstand. Doch während der ersten Amtszeit Obamas ging es um rund 81 Prozent nach oben - während dessen gesamter Präsidentschaft verzeichnete der Index sogar ein Plus von 175 Prozent. Selbst Bill Clinton liegt mit einem Plus von etwa 79 Prozent in seinen ersten vier Jahren vor Trump. Uneinholbar an der Spitze findet sich übrigens Franklin D. Roosevelt, der in seiner ersten Amtszeit in den 1930er-Jahren auf ein Plus von 206 Prozent kommt. Noch hinter Dwight D. Eisenhower landet Trump in der Rangliste der US-Präsidenten der jüngeren Geschichte damit auf dem fünften Platz.

Was das aussagt? Aus der Entwicklung des Aktienmarktes lässt sich Erfolg oder Misserfolg einer Präsidentschaft nicht herauslesen. Der S&P 500 zeigt, wie Investoren die größten börsennotierten Unternehmen der USA beurteilen und nicht, wie es der US-Wirtschaft geht. Außerdem hängt die Kursentwicklung an den Börsen viel mit Entwicklungen zusammen, die außerhalb der Verantwortung von Präsidenten liegen - beispielsweise der Ausbruch von Pandemien oder eine weltweite Niedrigzinsphase.

Auch mit Biden geht es aufwärts

Zur Einordnung: Obama wurde Präsident, als die USA inmitten einer Rezession steckten. Die kräftig steigenden Kurse während seiner ersten Amtszeit waren vor allem eine Erholung nach den erheblichen Verlusten im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise. Als wesentlichster Grund für die folgende langjährige Rally an den Börsen gilt die lockere Geldpolitik der Notenbanken wie US-Fed, EZB und Bank of Japan. Sie fluten die Wirtschaft mit Liquidität, in den Industriestaaten sind die Zinsen seit vielen Jahren so niedrig wie nie zuvor.

Im Oktober warnte Trump: Sollte Joe Biden die Wahl gewinnen, werde die Wall Street in die Tiefe rauschen. Doch das Gegenteil passierte. Seit der Wahl im November hat der S&P 500 mehr als 12 Prozent zugelegt. Das ändert nichts daran, dass Trump steigende Aktienkurse dennoch für sich beansprucht. Selbst wenn man seine Steuersenkungen und Deregulierungen für den Boom an den US-Börsen mitverantwortlich macht und die von ihm angezettelten Handelskriege ignoriert: Der langjährige Börsenboom findet auch außerhalb der USA statt. So hat der dänische Leitindex während der Präsidentschaft Trumps genauso kräftig zugelegt wie der S&P 500. Und in Neuseeland ging es sogar mehr als 82 Prozent aufwärts.

Quelle: ntv.de